Gardetraining mit der Jugend

Wie du die Kleinsten fit für den Gardetanz machst

von Saskia Stroben

Jugendgarde: Hier startet der Vereinsnachwuchs

Eine gut funktionierende Jugendgarde ist ein echter Gewinn für jeden Verein. Doch wie funktioniert es gut? Wie schaffst du es, dass die Jugendgarde eine intakte und tänzerisch starke Gruppe ist? Und wie kannst du dabei gut die Waage zwischen Disziplin und Spaß halten?

Genau diese Fragestellungen soll der nachfolgende Beitrag beantworten und dabei einige Ideen zur Gestaltung des Trainings und den damit einhergehenden Herausforderung geben.

Jugendalter im BDK

Jugend Tänzer freut sich in Turnhalle

Als Jugend gilt im BDK wer zwischen 8 und 11 Jahren alt ist.

Die Jugendgarde ist wichtig für den Verein, da sie die Zukunft des Vereins abbildet. Deswegen ist es wichtig hier eine gute und fundierte tänzerische Basis zu schaffen, worauf im weiteren Verlauf aufgebaut werden kann.

So ist es insgesamt wichtig die Jugend als Nachwuchs in jeglicher Hinsicht zu fördern. Denn sie sind nicht nur die tänzerische sondern im besten Fall auch die grundlegende Zukunft des Vereins, z.B. im Rahmen von Vorstandsarbeit.

Doch wer zählt eigentlich zur sogenannten „Jugend“? Wenn von der Jugend die Rede ist, sind gemäß des Bund Deutscher Karneval (BDK) Tänzer:innen im Alter von sechs bis elf Jahren gemeint. In diesem Alter erleben die Kinder sowohl schulisch aufgrund des Schulwechsels als auch charakterlich aufgrund der beginnenden Pubertät viele Veränderungen und wissen dadurch oftmals mit sich selbst nicht wohin.

Deshalb ist es wichtig, dass du ihnen bei ihrem Hobby einen schönen Ausgleich schaffst, der sie gleichzeitig nicht vor noch mehr Probleme und Frustrationen stellt.

Das Trainingsjahr gestalten

Zu Beginn des Trainingsjahres solltest du als Trainer:in dir Gedanken darüber machen, welche Tänzer:innen du in deiner Gruppe hast, wie deren Leistungsstand ist und was dein Ziel mit der Gruppe für das kommende Jahr ist. Ziele können sowohl Gruppenstärkende Maßnahmen sein, als
bestimmte Schritte oder akrobatische Elemente.

In einem Trainingsplaner kannst du dir dieses perfekt notieren und verlierst es somit nie aus den Augen. Auch mit den Tänzer:innen solltest du
die Ziele klar kommunizieren, sodass ihr gemeinsam an einem Strang zieht und alle wissen wo die Reise hingeht.

Musikauswahl für den Gardetanz der Jugend

Im Rahmen der Planung des Trainingsjahres muss auch eine passende Musik für den neuen Tanz gefunden werden. Dies kannst du auch toll mit deiner Garde gemeinsam machen. Dabei ist es wichtig, dass du darauf achtest, dass die Musik einen gut zählbaren Rhythmus hat und die gegebenenfalls geschnittenen Übergänge sauber sind. So fällt es den Tänzer:innen einfacher im Takt zu bleiben.

Die Geschwindigkeit der Musik sollte dem Leistungsniveau der Jugendgarde angepasst werden. Im Verlauf der Musik sollte es vermieden werde einen durchgängig zu monotonen Klang zu nehmen. Etwas Abwechslung in der Intensität und Melodiewechsel sind ansprechender.

Es gibt vorgefertigte Musik für Tanzgarden, welche du kaufen und so verwenden kannst, oder dir so dort Anreize für eine von dir individuell gestaltete Musik holen kannst.

Choreographie und Training mit der Jugendgarde

Junge Tänzerin im Training

Bei der Gestaltung des Tanzes muss das Leistungsniveau der Jugendtänzerinnen beachtet werden. Hier dreht sich im ersten Schritt alles um die Basics.

Die Planung des Tanzes ist ebenfalls Bestandteil der Planung des Trainingsjahres. Auch bei der Erarbeitung der Choreographie solltest du das Leistungsniveau der Gruppe beachten und diese daran anpassen.

Das heißt keineswegs, dass man stets auf demselben tänzerischen Stand bleibt. Neue tänzerische Herausforderungen sollten dabei sein, aber keine Überforderung. Das beugt auch Unsicherheiten vor und schafft ein höheres Maß an Synchronizität und Spaß am Training. Zudem solltest du die Schritte und Figuren der zuvor ausgewählten Musik anpassen.

Jede einzelne Trainingseinheit sollte von dir abwechslungsreich gestaltet werden. Neben dem klassischen Aufwärmen können gezielte Stabilisationübungen eingebaut werden, wie z.B. die Plank oder Hock-Streck-Sprünge. Diese sind auch schön in Form von Tabatas zu gestalten. Durch die Musik werden die oftmals nicht ganz so beliebten Stabilisationsübungen direkt viel ansprechender.

Im tänzerischen Block ist eine ausgewogene Kombination von Wiederholungen des im vergangenen Training Erlernten sowie neuen Elementen und der Arbeit am Tanz eine bewährte Methode.

Beispiel für eine Trainingseinheit von 90 Minuten

Zeit Einheit Beschreibung der Einheit
5 Minuten Begrüßung ankommen lassen, begrüßen, Organisatorische Angelegenheiten
10 Minuten Aufwärmen Die Tänzer:innen wärmen sich selbstständig schonmal etwas auf
10 Minuten Tabatas 2 Tabatas. Dazu findest du beispielsweise auf Youtube tolle vorgefertigte Musik. In den zwei Tabatas kannst du 4 verschiedene Übungen unterbringen.

Eine Kombination aus Cardio und Stabilisation ist toll. So kannst du z.B. das erste Tabata aus Hampelmann und der Plank gestalten und das Zweite aus Squats mit Sprungvariation und der Bootsstellung. Es gibt natürlich viele weitere Übungen die sich dazu eigenen, auch tänzerische Elemente.

15 Minuten Dehnen Gemeinsames Dehnen durch verschiedene Übungen und Fokuslegung auf bestimmte Ziele, wie z.B. eine höhere Beinführung oder den Spagat.
20 Minuten Basistraining In dieser Zeit können Basisschritte erarbeitet werden. Diese können auf eine beliebige Musik in mehrfacher Wiederholung geübt werden.

Hier ist auch Zeit für akrobatische Elemente.

30 Minuten Tanz Last, but not least die Erarbeitung und Einstudierung des Tanzes.

Das Leistungsniveau im Jugendalter

Es wurde jetzt schon einige Male vom Leistungsniveau gesprochen. Jeder Tänzer/Jede Tänzerin der Jugendgarde ist ein Individuum und hat somit sein eigenes Leistungsniveau. Gewisse Elemente wie Spagat, Kerze und Basisschritte sollte jeder können bzw. lernen und darauf solltest du im Training achten und diese besonders fördern.

Trotz unterschiedlichem Leistungsniveau ist es wichtig, dass du die Gruppe als Einheit betrachtest und so die Motivation bei allen hoch hältst. Du solltest dir trotzdem die Zeit nehmen, die individuellen Schwächen deiner Tänzer:innen zu fördern und Stärken weiter auszubauen.

Der Kampf mit dem Taktgefühl

Ein Taktgefühl zu entwickeln ist für das Tanzen eine Basiskompetenz. Um es deinen Tänzern:innen näher zu bringen kann es helfen mit ihnen den Takt der aktuellen Gardemusik, aber auch von anderen Musiken gemeinsam zu klatschen und laut dabei zählen zu lassen. Dabei kann man auch
verschiedene Rhythmen und Betonungen einbeziehen.

Beim Tanzen solltest du immer wieder mitzählen. Den Tänzern:innen hilft es auch wenn du die zu tanzenden Schritte auf die einzelnen Zählzeiten zerlegt, indem du ganz deutlich machst, welche Bewegung zu welcher Zählzeit gehört.

Motivation der Jugendgarde

Das Alter der Jugendgarde stellt für einige schon den Anfang der Pubertät und somit eine sehr verändernde Phase des Lebens dar. In Kombination mit langen Schultagen und dem unterschiedlichen Leistungsniveau der einzelnen Tänzer:innen mangelt es oftmals an Motivation und Konzentration beim Training.

Deswegen ist es wichtig deinen Tänzer:innen immer wieder das gemeinsame Ziel vor Augen zu führen. Wenn du deine Tänzer:innen zwischendurch lobst und deine Kritik bestmöglich präzisierst, fällt es ihnen leichter das Verlangte umzusetzen und dadurch am Ball zu bleiben.

Einen leichten Einstieg ins Training, gefolgt von Wiederholungen und auch individuellen Entfaltungs- und Förderungsmöglichkeiten facht das Interesse und den Ehrgeiz und somit auch die Motivation an.

So wird deine Jugendgarde zu einem Team

Junge Tänzerinnen unterhalten sich im Training

Schon im Jugendalter sollte mit teambildenden Maßnahmen und offener Kommunikation begonnen werden.

Es kommt gut an, wenn es in jeglicher Hinsicht ein Miteinander ist. Auch du als Trainer solltest zeigen, dass du ein Teil der Gruppe bist. Den Tänzer:innen eine gewisse Mitsprache bezüglich Musikwünschen, Lieblingstanzschritten etc. zu geben, fördert das Verhältnis zwischen Trainer und Tänzer:innen sehr.

Wenn du die Tänzer:innen mal untereinander die Schritte in Kleingruppen trainieren lässt und sie sich so gegenseitig helfen können, fördert dies sowohl das Miteinander untereinander, aber auch die Motivation. So kannst du sie sich auch selbstständig aufwärmen lassen oder unter gewissen Richtlinien die Übungen zur Stabilisation aussuchen lassen.

Außerhalb des Trainings kannst du durch gezielte Gruppenaktivitäten in Form von Ausflügen die Gruppe stärken und neue Anreize schaffen. So bietet sich beispielsweise ein Ausflug in die Trampolinhalle an, welcher der Gruppe jede Menge Spaß bringt und gleichzeitig auch die tänzerische Seite anspricht.

Fazit

Die Jugendgarde ist vor allem im Rahmen der Nachwuchsförderung ein wichtiger Bestandteil des Vereins. Du erlernst mit den Tänzer:innen deiner Jugendgarde Basiskompetenzen und bleibst dabei mit ihnen auf Augenhöhe.

Mit Abwechselung und Spaß gelingt es dir spielend das alle mit viel Motivation am Training teilnehmen und ihr gemeinsam eure Ziele erreicht. Wenn du den Eindruck hast, dass irgendetwas nicht rund läuft, gib dem Ganzen etwas Zeit und versuche nicht mit Druck etwas durchzusetzen. Suche auch das Gespräch mit deinen Tänzer:innen, denn auch beim Tanzen ist Kommunikation ein wichtiger Bestandteil.

0 Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

An der Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert