Euer neuer Schautanz

Choreographie und Schritte

Spielregeln für eure Choreographie

Endlich geht es auf die Tanzfläche! Nachdem euer Thema nun auch die passende Musik gefunden hat, kann es nun losgehen. An diesem Punkt solltet ihr eure Musik schon in und auswendig kennen. Ebenso wie die Handlung, welche ihr auf die Bühne bringen wollt. Auch eure Rollen sollten klar und die Musik ausgezählt sein. Mehr zum Auszählen von Musik erfahrt ihr in meinem Artikel Euer neuer Marschtanz – Das Konzept.

Anders als beim Marschtanz müsst ihr euch diesmal bei eurer Choreographie keine Sorgen um die Größen eurer Tänzerinnen machen. Es gibt auch keine vorgeschriebenen Formen wie Reihen oder Kreise einzuhalten. Und auch keine Schwierigkeiten wie Spagat, Rad oder die Beinführung zu vertanzen.

Und dennoch hat auch der karnevalistische Schautanz im BdK ein paar kleine Spielregeln:

  1. Ausziehen ist erlaubt – Anziehen hingegen nicht. Alles was ihr an Kostümwechseln plant, muss also schon drunter sein, unter den Ausgangsklamotten. Die Ausnahme stellen Kopfbedeckungen, Accessoires und Requisiten dar, welche aufgenommen werden dürfen.
  2. Alle mitgebrachten Kostümteile und Requisiten müssen die gesamte Zeit auf der Bühne sein und von den Tänzern beim Aufmarsch mitgebracht werden.

Ansonsten seid ihr völlig frei, was eure Choreographie angeht. Sie sollte folgende Merkmale erfüllen:

  • Raumgreifend und Flächendeckend
  • Originell und Abwechslungsreich
  • Geordnet
  • Fließend
  • Musikbetont
  • Bühnenwirksam

Details dazu findet ihr übrigens im Heft „Karnevalistischer Tanzsport“ des BdK.

Kreativ geformt

Mit diesen Rahmenbedingungen kann eure Choreographie nun endlich wachsen. Denkt immer daran, auch Kostümwechsel oder das Holen/Wegbringen von Requisiten in eure Choreo einzubinden. Hierfür müsst ihr ggf. Tänzer einige Schritte früher auf die Reise schicken als andere.

Durch die Möglichkeit, auch über die Bühne zu rennen oder zu springen, kann man sich im Schautanz viel leichter und schneller von A nach B bewegen. Das ermöglicht euch große Formationen und wirkungsvolle Positionswechsel. Ob Kreis, Quadrat oder Dreieck – Auch im Schautanz kommen geometrische Formen in euren Bildern zum Einsatz.

Geometrische Formen eignen sich immer gut für Positionen wie hier im Schautanz der Kreis.

Ihr wollt zwei verfeindete Gruppen darstellen? Lasst sie links und rechts je einen Pulk bilden oder zieht einen äußeren und einen inneren Kreis. Kämpfe lassen sich so sehr gut darstellen.

Ihr habt ein Liebespaar? Dann lasst den Rest der Gruppe ein Herz formen, in welchem die beiden Tanzen. Oder die Gruppe bewegt sich eine Passage lang auf dem Boden, während das Paar stehend tanzt.

Hier gilt: Seid kreativ, tobt euch aus. Fast alles ist erlaubt!

Die passenden Schritte zu eurer Musik

Zu viel Freiheit für euch? Dass geht bei den Schritten genauso weiter. Auch hier gibt es keine Regeln. Lasst euch von Tanzstilen rund um die Welt inspirieren: Hip-Hop, Samba, Salsa, Jumpstyle, Jazz, Ballett, Modern, Standard und so weiter. Hier findet ihr ein tolles Video, mit ganz vielen unterschiedlichen Stilrichtungen:

Wichtig, der ausgewählte Stil sollte zu eurem Musikstück in diesem Moment passen. Nur dann wirkt der gesamte Tanz harmonisch.

Auf Turnieren wird vor allem die Schrittvielfalt bewertet. Versucht also, nicht immer dieselben Schritte zu wiederholen, sondern baut ganz viele unterschiedliche Kombinationen in euren Tanz ein. Es müssen auch nicht alle Tänzer/innen gleichzeitig dieselben Schritte tanzen. Vielleicht passt es gerade, dass eine Hälfte sich am Boden bewegt, während die anderen oben etwas machen.

Denkt auch daran, dass ihr vielleicht Schauspiel-Parts habt, wo eure Schützlinge gar nicht tanzen sondern mit Gestik und Mimik arbeiten müssen. Auch das könnt ihr im Vorfeld choreographieren. Oder ihr überlasst es euren Tänzerinnen und Tänzern, sich etwas Passendes auf die Situation auszudenken.

Gesichtsakrobaten im Schautanz

Dabei sind wir bei einem ganz wichtigen Thema im Schautanz: Der Ausdruck. Denn eure Story wird noch lange nicht rüberkommen, wenn ihr nur die Schritte runtertanzt. Vielmehr müssen eure Schützlinge verstehen, welche Emotion und Aussage in diesem Moment rüberkommen soll. Und diese entsprechend tänzerisch umsetzten.

Dabei spielt der Gesichtsausdruck eine tragende Rolle. Schaue ich traurig oder wütend? Lächle ich oder ist mein Gesicht eher neutral? Übt das am Besten ein paar Mal vorm Spiegel.

Gleiches gilt für die Gesten. Hier müsst ihr richtig übertreiben! Denn Kleinigkeiten gehen auf einer großen Bühne schnell verloren. Holt richtig aus mit Armen, Beinen und eurem Kopf. Nur so sieht es auch der Zuschauer in der letzten Reihe.

Wer auf der Bühne auffallen will muss große Gestik und Mimik verwenden wie hier die Hauptrolle der Juniorengarde der Großenritter Carnevals Gesellschaft.

Dafür ist es wichtig, dass eure Tänzerinnen und Tänzer so richtig aus sich rauskommen. Hier zwei Spielvorschläge dazu:

  1. Tanzen mit Gefühl: Schneidet eine kleine Compilation an Lieder zusammen, jedes nur ca. 20 Sekunden. Wichtig: Es müssen total unterschiedliche Stile sein. Hardrock, Klassik, Pop – Mixt es wild durch. Die Aufgabe lautet dann, die Musik aus dem Stehgreif zu vertanzen. Eure Gruppe soll sich so bewegen, wie sie es zu der Musik gerade fühlt.
  2. Laufende Emotionen: Eure Tänzerinnen und Tänzer gehen durch den Trainingssaal. Ihr ruft wahllos eine Emotion in den Raum, zum Beispiel „Wütend“. Nun sollen sie ihren Gang und Ausdruck auf diese Emotion anpassen. Nach einigen Sekunden wählt ihr eine neue Emotion. Und so weiter.

Bei solchen Spielen könnt ihr auch sehr schnell erkennen, wer das Zeug und den Mut für eine Rolle im Rampenlicht hat und wer sich eher  bedeckt hält.

Ich hoffe, mit den Tipps kann eure Choreo nun kommen. Bleibt im Takt und keep-dancing.

Eure Lisa

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