Euer neuer Marschtanz – Schritt 4: Die Choreographie

Die perfekte Symbiose aus Schritten und Musik

Musik und Konzept sind abgehakt. Nun geht es an das Kernstück des Tanzes: Schritte und die Choreographie müssen eure theoretische Idee zum Leben erwecken. Wie im dritten Teil der Serie bereits erwähnt, lassen sich die Schritte und die Choreographie nur schwer voneinander trennen. Hier ist es wirklich am effektivsten, beides in einem Rutsch zu erledigen.

Einige Tipps zum Start

Natürlich solltet ihr euch zu Beginn im Klaren sein, mit wie vielen Tänzern ihr auf die Bühne geht. Besteht eure Gruppe aus 6, 15 oder gar 25 Tänzern? Je nachdem lassen sich unterschiedlich viele Positionen und Figuren stellen. Wir machen es immer so, dass wir uns gleichzeitig mit den Schritten auch die Position überlegen. D.h. gestartet wird mit der Anfangsposition – Dabei solltet ihr schon wissen, wo ihr hinwollt, welche Schritte folgen und welche Figur die nächste ist.

Wenn ihr eure Startposition gefunden habt, hört in die Musik rein oder nehmt eurer Konzept zur Hilfe. Wie viele Schritte wollt ihr hier tanzen, welche Stelle bietet sich zum Positionswechsel an, weil sich beispielsweise die Musik leicht ändert. Wie soll die nächste Position überhaupt aussehen? Wir finden eine Beinreihe nach den ersten 20-30 Sekunden immer sehr effektvoll. Begonnen wird meistens in Einzelpositionen, welche sich zur Steigerung der Musik in einer Reihe treffen und dann die ersten hohen Beinschwünge gemeinsam zeigen. Ein Wow-Effekt zum Anfang – Aber nur, wenn es auf die Musik passt!

Figuren und Formen

Doch zurück zur Choreographie. Eine starke Ausnutzung der Bühne und einige Positionswechsel machen den Tanz erst interessant. Doch Vorsicht: Zu viel des Guten kann auch unruhig wirken. Daher sollte man die gezeigten Figuren ein paar Takte stehen lassen, damit der Zuschauer das Bild auf sich wirken lassen kann. Hier einige Figuren, die wir gerne benutzen:

  • Beinreihe
  • Dreieck (geschlossen) / Spitze zum Publikum
  • Offenes V / Spitze hinten oder vorne
  • Quadrat/Pulk
  • Kreis oder mehrere Kreise
  • Halbkreis
  • Senkrechte Reihen
  • Schräge Reihen
  • Waagerechte Reihen (Tänzer stehen auf Lücke) > Hierbei die gesamte Bühne ausnutzen
  • W oder M
  • Offenes Rechteck (die vordere Gerade fehlt)

Waagerechte Reihe

Beinreihe

Zwei Dreiecke

Dreiecke

Ein großer Kreis

Kreis

Vier senkrechte Reihen

Senkrechte Reihen

Selbstverständlich gibt es auch hier viele viele weitere Möglichkeiten, die sich zum größten Teil auch an der Stärke der Garde orientieren. Mit sechs Mädchen lassen sich weniger Figuren stellen, als mit 20.

Positionswechsel

Ein Wechsel von einer in die nächste Position sollte immer möglichst unauffällig und harmonisch geschehen. Meist ist es unsinnig, wenn ein Mädchen einen sehr weiten Weg hat und über die halbe Bühne muss, während andere auf ihrem Platz stehen bleiben. Hier gilt es klug und vorausschauend zu planen, damit die Wege nicht zu weit sind und der Wechsel nicht zu unruhig wird. Einige Beispiele aus unseren Tänzen seht ihr hier (nach rechts klicken, dann geht’s weiter):

Besondere Hinweise zur Choreographie

In Profigarden ist das Thema Choreographie tatsächlich leichter zu händeln, als bei Freizeitgarden. Ich stoße bei uns regelmäßig an meine Grenzen, wenn ich alle Richtlinien beachten möchte. Denn bei der Aufstellung gibt es einige grundlegende Gesetzte zu beachten (die optisch auch dann Sinn machen, wenn man kein Turnier besucht):

  • Es gibt drei mögliche Größenanordnungen: Von klein nach groß, von groß nach klein oder eine Dachform – die kleinsten außen und die größten in der Mitte (nie umgekehrt!). Bei einer Turnierteilnahme müssen alle drei Anordnungen gezeigt werden
  • Klein darf nie neben groß stehen!

Wir versuchen uns bei der Wahl der Positionen an diese Richtlinien zu halten. Meist beginnt das Problem damit, dass nicht alle Tänzer gleich talentiert sind. Natürlich würde man als Trainer gerne die „schlechten“ nach hinten stellen – Wenn man sich allerdings an die Regeln halten möchte hat man hier keine Wahl.

Das nächste Problem tritt in dem Moment auf, wenn wir ein Rad in den Tanz einbauen möchten. Hier können unsere Mädels entweder nur rechts oder nur links…diese Position bereitet mir regelmäßig Kopfzerbrechen. Und ab dem Moment ist das Größen-Thema auch gelaufen. Da steht ein kleines Mädchen plötzlich hinten, da sie nur ein Links-Rad kann und vorne die Rechts-Radler stehen. Und schon passt die nächste Position nicht mehr, da die Takte nicht ausreichen um beim nächsten Wechsel einen weiten Weg zurück zu legen. Eine Tatsache, mit der wir Laien-Trainer leider Leben müssen. Oder was meint ihr?

Choreographie: Geschafft!

Juhuu, die Musik steht, die Schritte stehen und die Positionen sind auch festgelegt. Wir Trainer haben den Tanz drauf (gelernt in wenigen Stunden) und sind jetzt endlich hochmotiviert, ihn in die Tat umzusetzten. Doch, puhh, zurück auf den Boden: Wahrscheinlich wird er dennoch am Ende nicht so aussehen, wie anfangs geplant. Denn jetzt kommt der letzte und entscheidende Schritt: Die Umsetzung. Was dabei alles vorfallen kann, das beschreibe ich im letzten Teil der Serie.

Bis dann,
keep-dancing!

5 Kommentare
  1. Pauline Lang sagte:

    Nutzt du zum Stellen eine App? Wenn ja welche? ich fände das super praktisch, wenn ich die Positionen immer auf dem iPad oder Handy dabei haben könnte 🙂

    Antworten
    • Lisa sagte:

      Hallo Pauline. Bisher habe ich meine Positionen immer mit Power Point erstellt und dann ausgedruckt mit ins Training genommen.

      Aktuell teste ich aber tatsächlich zwei Apps fürs iPad (Choreo App und Choreo!). Beide überzeugen mich jedoch noch nicht zu 100%. Leider haben meine Mittrainer auch kein iPad. Aber ich denke das Apps zur Choreo-Arbeit die Zukunft sind. Den vollen Testbericht gibt es in der Sommerausgabe von Garde und Show zu lesen.

      Liebe Grüße, Lisa

      Antworten

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