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Euer neuer Marschtanz – Schritt 3: Die Schritte

  • Balletttänzer im Training

Mit den richtigen Schritten zum Ziel

Super! Ihr habt euch für eine passende Marschmusik entschieden oder diese sogar ganz individuell zusammen gestellt? Und ihr habt euch auch schon ein passendes Konzept für den Ablauf des Tanzes überlegt? Dann seid ihr nun bereit für den nächsten Schritt, genauer gesagt die nächsten Schritte. Denn jetzt geht es ans Eingemachte. Eins Vorweg: Die Schritte und die Choreographie (Schritt 4) gehen Hand in Hand miteinander. Meistens kann man dies hier gar nicht so genau unterteilen, da sich viele Schritte auch anhand der Choreographie ergeben.

Daher macht es Sinn, mit der Anfangsposition zu starten. Überlegt euch, wie viele TänzerInnen eure Gruppe in dieser Session hat. Wie könnte die Anfangsposition aussehen? Was gibt die Musik für die ersten Schritte her? Baut sie sich langsam auf, sodass ihr vielleicht aus einer Hock-Position startet? Kommt am Anfang direkt ein Knall, der zu einer Spagatwelle passen würde? Hangelt euch hier an eurem zuvor entworfenen Konzept entlang. Nutzt auffällige Passagen für aufwendige Figuren oder Schwierigkeiten.

Mariechen in Anfangsposition

Schrittkominationen und Variationen

In der Kreativität sind euch keine Grenzen gesetzt. Im Marschtanz könnt ihr aus vielen Schrittarten wählen. Angefangen vom klassischen Marschieren über Winkelschritte, Tippschritte, Wisch- oder Schuffelschritte, Schwungschritte, Drehungen oder Sprünge – Wichtig ist, dass ihr viel kombiniert, damit keine Langeweile und Eintönigkeit aufkommt. In einer Beinreihe bringt das Zusammenspiel aus tiefen und hohen Schritten einen tollen Effekt. Beinschwünge in einer langen Reihe sehen immer toll aus. Wie wäre es zum Beispiel mit folgender Kombination:

Der Linke Fuß wischt von links außen, nach innen und wieder zurück, er schließt an den rechten Fuß. Der rechte Fuß tippt nach rechts außen, dann ans linke Knie. Nun springt ihr um sodass das linke Bein nach links hinten geschwungen wird (hier schöner Effekt: Den Kopf ebenfalls mit nach links hinten schauen lassen). Der Fuß schließt wieder. Nun folgen zwei hohe Beinschwünge nach links außen und zwei nach rechts außen. So haben wir eine rundum gelungene Kombination aus verschiedenen Schrittvariationen. Besonders in der Reihe gilt es, den Kopf gezielt einzusetzen und mitzunehmen, da man ja durch die angefasste Haltung wenig Spielraum mit den Armen hat.

Koordination und Konzentration

Etwas anders sieht es auf Einzel-Positionen aus. Wenn die Tänzer allein stehen gilt es, neben den Beinen besonders auch die Arme in Szene zu setzten. Eine gute Koordinationsfähigkeit ist dafür das A und O. Schließlich machen die Arme oft andere Bewegungen als die Beine. Auch hier steht euch die ganze Bandbreite der Schritte zur Verfügung. Eure Arme könnt ihr dabei nacheinander oder gleichzeitig einsetzten. Ob waagerecht oder senkrecht, schräg oder ans Kinn geknickt – Hier bieten sich erneut unendlich viele Variationsmöglichkeiten. Je mehr ihr variiert um so komplexer aber auch interessanter wird euer Marschtanz. Und nicht vergessen: Auch hier können gezielte Bewegungen des Kopfes nochmal das Tüpfelchen auf dem “i” sein.

Positionswechsel

Ein großer Bestandteil des Tanzes ist, wie schon erwähnt, auch die Choreographie. Stellt euch mal einen Tanz vor, bei welchem alle Tänzer die gesamte Zeit an einem Platz stehen. Da könnten die Schritte noch so ausgefeilt sein, der Tanz wirkt einfach öde und langweilig. Daher gilt es, schöne Positionen und Figuren zu stellen (dazu mehr in Schritt 4: Choreographie). Um von einer Position zur nächsten zu gelangen bieten sich ebenfalls verschiedene Möglichkeiten an. Die Klassiker: Marschieren, Laufen, Tippen (Tief oder Hoch – “Pferdchen”), Polka und Schuffeln. Dabei können die Hände mitschwingen, in der Hüfte oder auf dem Rücken verweilen.

Doch natürlich gibt es auch hier noch weitere Kombinationsmöglichkeiten. Geschlossene Winkel ans Knie sehen in einem senkrechten Positionswechsel sehr schön aus. Der “Stechschritt” wirkt leichtfüßig. Hierbei wird beispielsweise das linke Bein tief schräg links vorgeschwungen und im Wechsel das rechte Bein schräg hinten abgeknickt, sodass der Fuß am Po ist. Immer im Wechsel gesprungen kann dabei ein weiter Weg zurück gelegt werden. Sicherlich fallen euch noch weitere Schritte zum Positionswechsel ein. Kleinere Wechsel kann man auch in die normalen Schrittkombinationen einbinden, so kann man sich beispielsweise auch mit einem einfachen Kreuz-Kreuz-Auf-Zu seitlich bewegen und einen schnellen optischen Wechsel vollziehen.

Neue Schritte und Ideen

Am Ende ist es doch so: Jeder Trainer hat seinen Stil und Schritte, die er gerne mag und kennt. Doch manchmal ist es Zeit für etwas Neues. Hier kann man sich Anregungen aus den anderen Garden des Vereins holen. Auch ein neuer Co-Trainer bringt frischen Wind in den Tanz.

Screenshot von Marschtänzen auf Youtube

Bei Youtube findet man unzählige Marschtänze, welche Inspiration (bitte nur diese! Komplette Tänze kopieren geht gar nicht) liefern können. Auf Turnieren kann man ebenfalls viel lernen und neue Ideen aufschnappen. Oder ihr besucht einen Tanzworkshop in eurer Nähe, wo euch gezielt  neue Kombinationen beigebracht werden.

Und damit habt ihr einen nächsten großen Schritt für euren Marschtanz geschafft. Wichtigster Tipp: Lebt die Musik! Nutzt die Höhen und Tiefen, die leisen und schnellen Passagen um gezielt Akzente zu setzten. Nur wenn die Schritte auch auf die Musik passen, wird der Funke am Ende auf euch, die Tänzer und die Zuschauer überspringen. Weiter geht es mit dem bereits erwähnten Schritt Nummer 4: Die Choreographie.

Bis dann,
keep-dancing!

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Schritt 4: Die Choreographie

Schritt 5: Die Umsetzung

Tanzgarde beim Training

Schritt 1: Die Musik

Die perfekte Musik für euren neuen Marschtanz

Schritt 2: Das Konzept

Notizblock mit Stift und zerknüllte Zettel

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9 Kommentare
  1. Elisa
    Elisa sagte:
    18. April 2020 um 10:42

    Liebe Lisa,

    ich lese immer wieder “Beinführung” – allerdings in unterschiedlichen Zusammenhängen. Ich kenne das noch aus meinem eigenen Ballettunterricht, vom Training an der Stange.
    Was ist aber die Bedeutung im karnevalistischen Tanzsport? Geht es darum, das Bein ohne Schwung, nur durch Kraft, nach oben zu “führen” (nicht unbedingt bei Beinwürfen, aber für den Standspagat)? Trainieren wir das auch mit den klassischen Ballettübungen an der Stange?
    Oder geht es um etwas ganz anderes?
    Vielleicht kannst du mich ein wenig über diesen Begriff aufklären, das wäre toll!

    Vielen Dank und viele Grüße
    Elisa

    Antworten
    • Lisa Roczniewski
      Lisa sagte:
      18. April 2020 um 13:12

      Hallo Elisa, danke für deinen Kommentar. Eine Beinführung im karnevalistischen Tanzsport ist tatsächlich das, was du vermutest. Also ein Standspagat, seitlich gehalten oder gerade am Kopf hoch – so wie hier bei meinem Mariechen (http://besse-helau.de.w012c2d7.kasserver.com/wp-content/uploads/2020/03/romo019-687×1030.jpg). Auch wenn der Beinführung heißt, wird er meistens aber mit Schwung hochgeworfen.

      An der Stange trainieren wir nicht, allerdings an der Fensterbank bzw. Wand zur Stütze bei den Anfängern. Ich selbst mache gerade online ein Barre-Workout-Programm und bin begeistert, wir sollten viel mehr Ballettübungen im Training nutzen. Die sind echt wertvoll.

      Antworten
  2. Katha
    Katha sagte:
    24. August 2020 um 12:18

    Hei, ich fange dieses Jahr mit dem Gardetanz an und fände es echt cool, wenn du so basic Schritte veröffentlichen würdest, dass man sich das auch online mal anschauen und üben kann.

    liebe Grüße Katha

    Antworten
    • Lisa Roczniewski
      Lisa sagte:
      24. August 2020 um 19:57

      Hi Katha :) Da kann ich dir meinen Instagram- oder Facebook-Account empfehlen. Unter dem #52übungen52wochen zeige ich alle zwei Woche einen neuen Schritt für den Tanz :)

      Und für Basics gibt es hier ein Video von mir: https://youtu.be/JxbuXHSDtiI
      Sind zwar nicht direkt Schritte aber schon so Basis-Bewegungen für den Marsch.

      Hoffe, dass hilft dir etwas weiter :) Viele Grüße, Lisa

      Antworten

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    Antworten

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