Motivation – Disziplin – Zeitmanagement

Ablenkungen an jeder Ecke

Motivation, Disziplin, Organisation, Zeitmanagement, Effizienz – Themen, mit denen sich der Trainer von heute zwangsläufig beschäftigen muss. Wir leben in einer Zeit der Ablenkungen. Das Handy immer im Blick, die Smartwatch informiert uns über aktuelle Neuigkeiten, bei Netflix gibt es alle Serien jederzeit zum Abruf. Bei so vielen Möglichkeiten sich die Zeit zu vertreiben grenzt es an eine Herausforderung, den Fokus zu behalten.

Und dann kommt ja noch der ewige Kampf mit dem inneren Schweinehund dazu. Es wäre doch jetzt so viel einfacher auf der Couch zu liegen als Sport zu treiben. Auf Facebook zu surfen statt die Wäsche zu machen. Oder Snaps zu erstellen statt zu lernen. Doch was sind die Konsequenzen?

Wenn ich meine freie Zeit mit Ablenkungen vertrödele muss ich möglicherweise zur Trainingszeit lernen. Dass die Schule an Prio 1 steht, steht außer Frage – doch wenn es „eigenes Verschulden“ ist, dass man zur Trainingszeit lernen muss weil man es vorher „nicht geschafft“, sprich gebummelt hat, dann ist das aus Trainersicht ein sehr unbefriedigender Zustand.

Junges Mädchen am Smartphone.

Daher habe ich mir gedacht: Statt sich mit den Problemen zu beschäftigen will ich euch lieber Lösungswege aufzeigen. Die Zauberworte heißen: Prioritäten und Zeitmanagement.

Setze deine Prioritäten richtig

Prioritäten zu setzen ist keine Frage des Alters. Es gibt junge wie alte Menschen, die das perfekt beherrschen. Genauso gibt es aber auch Kids und Erwachsene die es einfach nicht schaffen, den Fokus zu behalten und die täglichen To Dos planmäßig anzugehen.

Doch woran liegt das? Meiner Meinung nach ist es immer eine Frage des Wollens. Wer sagt „Ich kann das aber nicht“ oder „Ich konnte das auch nie“ der sucht Ausflüchte. Hier fehlt die Einsicht und die Motivation, an dem Zustand „ich kann das nicht“ etwas ändern zu wollen.

Diese Motivation muss jeder für sich selbst entdecken. Ich möchte euch heute einmal erzählen, woher meine Motivation stammt und an welchen Punkten sie meinem Leben eine entscheidende Wendung gab.

Training trotzt Schule, Arbeit oder Fortbildung

Hier ein kleiner Auszug aus meinem Lebenslauf: Nach der Grundschule war ich bis zur zehnten Klasse auf der Realschule. Nach dem Abschluss habe ich dann noch drei Jahre drangehangen und mein Abitur gemacht.

Junge Studenten in der Bibliothek.

Beides auf einer Ganztagsschule mit zum Teil Unterricht bis 16:00 Uhr – ich war also bereits in der Schulzeit selten vor fünf zuhause. Das ging dann in der Ausbildung so weiter, meine Arbeitszeiten reichen auch heute noch von einmal wöchentlich 13:00 Uhr über 17:00 und 18:00 Uhr an den anderen vier Tagen.

Nach der Ausbildung folgten eine Fortbildung mit Unterricht an diversen Samstagen und zwei weitere Fortbildungen mit Vollzeit-Unterrichtswochen.

Nebenbei hatte ich zweimal wöchentlich Gardetraining und einmal wöchentlich Solistentraining. In 2006 kam dann noch ein Training für eine Showtanzgruppe dazu – mein erster Trainingsjob. Und in 2011 übernahm ich dann das Training der Juniorengarde. Hieß: Zweimal die Woche Junioren trainieren, zweimal die Woche in den Ü15 tanzen plus einmal die Woche Solistentraining. Ab 2013 verabschiedete ich mich von der Solobühne und 2015 schlussendlich von der Garde, sodass nur noch das Juniorentraining übrig blieb. Luxus für mich, plötzlich war wieder so viel freie Zeit da.

Wendepunkte im Leben

Ihr seht, schon in der Jugend lerne ich mich zu organisieren. Wie hätte ich sonst neben Schule bzw. Ausbildung das Trainingspensum von zeitweise sieben Stunden die Woche meistern sollen? Da hieß es, strukturiert vorgehen.

Junge Frau plant ihren Tag.

Nach der Schule wurde gegessen und anschließend direkt die Hausaufgaben erledig. Galt es für eine Klausur zu lernen, so wurde das ebenfalls direkt erledigt bzw. an den Wochenenden. Nie im Leben wäre mir eingefallen, dass mein Training unter der Schule leidet. Ich hatte verstanden, dass wenn ich ins Training gehen wollte, ich meine anderen Pflichtaufgaben in der verbleibenden Zeit erledigen musste.

Auch heute agiere ich noch nach dem Prinzip: Pflicht vor Spaß. Nach der Arbeit wird wahlweise gekocht, die Wäsche gemacht oder in Zeiten der Fortbildung gelernt. Erst wenn die Pflichten erledigt sind kommt der Teil, der Spaß macht. Dass kann eine Sporteinheit sein, ein gutes Buch oder auch einfach der entspannte Abend vor dem Fernseher.

Erst wenn ihr mal richtig viele Aufgaben zugleich stemmen müsst, merkt ihr, wie viel Zeit ihr am Tag doch eigentlich habt, die für irgendwelchen Mist drauf geht.

Disziplin beim Lernen und Leben

Ein Beispiel: In 2014 begann ich eine Fortbildung, welche im Februar 2015 mit einer Prüfung endete. Das heißt, ich musste über die Winter- und Karnevalsmonate meine Hausarbeit fertigstellen und den Stoff für die mündliche Prüfung lernen.

Beschäftigte Frau am PC.

Statt die Hausarbeit also lange vor mir herzuschieben – schließlich mussten die Themen auch noch in den Kopf – setzte ich mich einen Samstag dran und hatte nach sechs Stunden einen groben Entwurf fertig. Es folgten natürlich noch einige Stunden der Überarbeitung, aber das Gro war geschafft.

Ab Januar hieß es dann: Lernen! Der Stoff musste in den Kopf. Passenderweise ging es nebenbei in die entscheidende Phase des Trainings und die Kostüme für den Schautanz mussten genäht werden. Auch der Haushalt durfte nicht liegen bleiben und am Wochenende wurden Karnevalsveranstaltungen besucht.

Ich trug mir also meine Lerneinheiten in meinen Google-Kalender ein – das kann ich euch echt empfehlen. Das Lernen war somit ein ebenso fester Termin wie der Arztbesuch oder die Arbeitszeit. Natürlich plante ich die Lerneinheiten so, dass das ganze Training und der Haushalt noch drumherum passten.

Dennoch kam ich auf knapp 8-10 Lernstunden die Woche. So stelle ich einen exakten Plan auf, um bis zu unseren Veranstaltungen im Februar alle Themen „in der Birne“ zu haben. Schließlich wollte ich an den Tagen feiern und nicht noch lernen müssen.

Das durchzuziehen erfordert natürlich jede Menge Disziplin – anders geht es nicht. Aber auch Disziplin ist erlernbar – und vor allem in unserem Sport sehr wichtig. Man muss es nur wollen.

Junge Gruppe beim Fitnesstraining

Es ist immer eine Frage des Wollens, nicht des Könnens

Aus der Fortbildung gelernt

Nachdem Karneval und die Prüfung geschafft war merkte ich auf einmal: Du hast ja jede Menge Zeit. Schließlich fielen die 8 Stunden Lernen die Woche nun weg. Also fing ich an, diese Zeit anders zu nutzen. Stichwort: Fitness. Ich begann noch dreimal die Woche Functional Training in meinen Tagesplan zu integrieren.

Und soll ich euch was sagen: Als ich im Herbst 2015 mit der nächsten Fortbildung begann (gleiches Konzept mit Prüfung im Februar) schaffte ich es sogar, die Lerneinheiten noch neben den Sporteinheiten einzuplanen.

Sodass ich mir auch nach dieser Fortbildung eine weitere Beschäftigung für die neu gewonnene Zeit suchte: Diesen Blog hier 🙂

Doch man spart nicht nur durch das Planen von Lerneinheiten Zeit. Auch meine Essenplanung habe ich optimiert. Seit ca. einem Jahr erstelle ich immer freitags einen Essenplan für die gesamte Woche. Am Samstagmorgen wird dann einmal alles eingekauft. So muss ich nur noch einmal die Woche einkaufen gehen und weiß immer, was ich kochen soll. Und jede Hausfrau weiß: Dafür kann schon mal viel Zeit draufgehen.

Ihr seht also, man kann viel mehr schaffen wenn man sich wirklich mal hinterfragt, wie viel freie Zeit man eigentlich hat und wofür man diese nutzt.

Es ist immer eine Frage des Wollens, nicht des Könnens. Denn lernen kann man alles – wenn man es will.

Eure Lisa
keep-dancing

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