Das Jahr als Gardetrainerin Teil 1

Das Trainingsjahr starten.

Die Liebe zum Gardetanz weitergeben

Jeder Tänzer und jede Tänzerin die ihre aktive Karriere beendet steht vor dieser Entscheidung: Ganz aufhören oder als Trainer bzw. Trainerin weitermachen. Ist die Liebe und Leidenschaft für den Gardetanz groß genug und gibt es die Zeit her, so fällt die Entscheidung meist recht einfach. Und da Trainerinnen und Trainer oftmals Mangelware sind, findet sich auch schnell eine geeignete Garde, die man trainieren kann.

Und es ist doch klasse, wenn man all seine Erfahrung der aktiven Jahre weitergeben kann. Es ist ein ganz anderes Gefühl, unten an der Bühne zu stehen und mit den Schützlingen beim Auftritt mitzufiebern, als selbst zu tanzen. Ihr werdet wunderbare Emotionen erleben, wenn ihr euch zu diesem Schritt entschließt.

Gesucht: Die eierlegende Wollmilchsau

Doch was viele Neulinge im Trainerjob nicht erahnen können ist die Organisation, welche an diesem Job hängt. Denn das Trainieren selbst ist nur ein Bruchteil der Arbeit, die ein Gardetrainer verrichtet. Der Trainer ist die „eierlegende Wollmilchsau“ in der Gruppe. Er braucht Nerven, Geduld, ein dickes Fell und jede Menge Motivation.

Um euch den Einstieg etwas leichter zu machen, möchte ich mit diesem Artikel den Auftakt zu einer kleinen Blog-Serie rund um das Thema Organisation des Trainingsjahres geben.

Euer Jahr als Gardetrainerin beginnt

Am Anfang des Trainingsjahres steht immer ein Treffen mit den Tänzerinnen und Tänzern sowie den Eltern, zumindest im Bereich bis zu den Junioren. Wie erfahren diese nun, dass es losgeht? Und wer sind eure Schützlinge überhaupt? Lasst euch hierzu eine Liste eures Vorstandes oder eurer Vorgänger geben. Dort stehen dann alle Tänzerinnen und Tänzer des letzten Jahres drauf.

Informiert euch in diesem Zuge direkt, mit welchem Alter die Mädels und Jungs die Gruppen wechseln. Seid ihr im Turniersport aktiv, so richtet es sich nach diesen Regeln. Beim BdK zum Beispiel ist man bis zum Alter von 9 Jahren bei der Jugend, bis 14 bei den Junioren und ab dem 15ten Lebensjahr bei den Ü15. Hobbygarden können hier aber flexibel im Bezug auf das Alter agieren. Da wissen eurer Vorstand bzw. die Garde- oder Jugendbetreuung eures Vereins Bescheid. Gibt es keine klaren Regeln überlegt, was für euch das Beste ist und welche Altersstufen sich noch gut zusammen bringen lassen bzw. wo das Leistungslevel noch harmoniert.

Nun wisst ihr, welche Tänzer in diesem Jahr bei euch sein werden. Auf der Liste die ihr bekommen habt sollten Telefonnummern und Adressen notiert sein. Es geht dann an die Einladung zum Jahresauftakt. Da ich die Junioren trainiere machen wir diesen immer gemeinsam mit Eltern und Kids.

Herzliche Einladung zum Trainingsauftakt

Für die Einladung reicht natürlich ein kurzes Telefonat. Stellt euch kurz mit Vor- und Zunamen vor und erklärt, dass ihr ab sofort die Garde trainiert. Dann gebt die Details durch, wann, wo und um wie viel Uhr das erste Treffen stattfindet. Wie lange es dauert und ob schon Trainingskleidung mitgebracht werden soll sind auch relevante Infos. Zum Schluss hakt nach ob noch Fragen offen sind.

Einladung zum ersten Training - Auch das gehört zum Job der Gardetrainerin.

Alternativ könnt ihr auch Briefe einschmeißen. Wir haben das im letzten Jahr gemacht. Dabei haben wir uns extra blaue Umschläge gekauft (unsere Vereinsfarben sind Blau-Weiß) und auf diese mit einem silbernen Stift den Namen des Mädchens geschrieben. Außerdem noch einen Stern dazu gemalt. Die Briefe haben wir dann in einem Rutsch verteilt, damit diese alle gleichzeitig vorfinden. Im Brief selbst haben wir alle Details wie oben beschrieben erwähnt. Außerdem haben wir um Rückmeldung per WhatsApp gebeten, damit wir sicher sein konnten, dass der Brief auch angekommen ist und gelesen wurde.

Das erste Treffen

Die Kinder und Eltern sind informiert – nun wird es ernst. Meine Empfehlung: Geht nicht unvorbereitet in das erste Aufeinandertreffen. Macht euch im Vorfeld einen konkreten Plan, was euch wichtig ist und wie ihr das Training angehen wollt. Und informiert darüber auch euren Vorstand. Manche Eltern wenden sich statt an euch direkt an oberste Stelle. Da macht es Sinn, wenn euer Verein vorher mit im Boot ist und weiß, was ihr im Training vorhabt.

Macht euch konkret Gedanken über:

  • Eure Tänze: Was habt ihr in diesem Jahr tänzerisch vor? Bis wann sollen diese fertig sein?
  • Eure Trainingseinheiten: Wie häufig und zu welchen Uhrzeiten an welchen Tagen wird trainiert? Sind Trainingstage geplant? Dann verkündet die Termine dafür so früh wie möglich, damit der Termin für das Training freigehalten wird.
  • Eure Auftritt: Meistens stehen diese schon fest, zum Beispiel an den Karnevalssitzungen eures Vereins oder Turnieren. Gebt auch diese bereits bekannt.
  • Eure Trainingsregeln: Regeln sind wichtig, um den Rahmen zu kennen. Dazu gehört zum Beispiel auch, welche Kleidung zu tragen ist. Das alle ein Haargummi dabei haben. Das die Tänzerinnen und Tänzer pünktlich zu sein haben und dass man sich spätestens eine Stunde vorher abmeldet, wenn man nicht kommen kann. Legt hier alles fest, was euch wichtig ist. Besonders diesen Punkt solltet ihr im Vorfeld mit eurem Vorstand abstimmen.
  • Weitere Termine: Sind Ausflüge oder Teamevents geplant? Dann stellt diese vor.
  • Geld: Auch ein wichtiges Thema. Was kostet die Mitgliedschaft im Verein? Welcher Beitrag wird für Schuhe, Strumpfhosen oder Kostüme fällig? Gibt es eine Gardekasse in die regelmäßig einbezahlt wird?

Habt ihr euch zu all diesen Themen einen Plan gemacht lautet meine Empfehlung: Schreibt es nochmal auf. Und zwar so, dass ihr es an die Eltern und Kinder schriftlich weitergeben könnt. Wir machen dazu immer einen Schnellhefter, wo wir alle wichtigen Infos einheften. Den bekommt dann jeder mit nach Hause.

Gute Vorbereitung ist das A und O

Bevor es losgeht stattet euch auch mit allen nötigen Dokumenten aus: Anmeldeformular für den Verein, ggf. Überweisungsträger für Beiträge oder ähnliches. Vielleicht auch eine Einverständniserklärung für Fotoaufnahmen. Fragt hier bei eurem Vorstand oder Ansprechpartner im Verein nach, was von euren neuen Schützlingen benötigt wird.

Starter-Kit für die Tänzerinnen mit verschiedenen Briefen, Terminlisten und der Regelnübersicht

Und dann braucht ihr noch Listen: Adress- und Telefonliste mit Geburtsdaten, Anwesenheitsliste und ggf. eine Kassenliste. Bringt diese leer zum ersten Treffen mit, damit zumindest die Adressen und Telefonnummern notiert werden können. Wichtig: Notiert sowohl die Nummern von Kindern als auch von den Eltern. Im Jugendbereich macht eine WhatsApp Gruppe mit den Eltern zur Abstimmung Sinn. Bei den Junioren empfiehlt sich eine getrennte Gruppe: Eine mit Kindern und eine mit Eltern. Ab den Ü15 reicht es, die Jugendlichen aufzunehmen.

Vor dem ersten Treffen werdet ihr sicher ein bisschen nervös sein. Das ist ganz normal und kein Problem. Die Kinder sind es auch. Seid einfach ihr selbst und erzählt in ruhigem Ton, was ihr vor habt. Seid vorbereitet auf Fragen die kommen. Holt euch zur Unterstützung einfach ein Vorstandsmitglied oder einen Gardebetreuer mit dazu. Dann wird das schon.

Willkommen im Job der Gardetrainerin

Parallel zur Einladung und der Planung des ersten Treffens solltet ihr auch schon mit dem aktiven Doing starten. Sprich: Thema, Musik, Schritte und die Choreographie eures ersten Tanzes erstellen. Endlich kommt der Part, in welchem ihr eure kreativen Ideen ausleben könnt.

Doch wie starten? Und an was alles denken? Das erfahrt ihr in meinem nächsten Artikel der Serie Organisation – inklusive Checkliste und Zeitpläne!

Jetzt freue ich mich über eure Kommentar und Gedanken zu dem Thema :)

Eure Lisa von keep-dancing

4 Kommentare

Dein Kommentar

An Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns Deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.