Gardehüte im Test

Für die Ausgabe der Garde und Show durfte ich ausprobieren, wie der Gardehut am besten am Kopf hält. Mein Vorgehen: Erst einmal verschiedene Möglichkeiten recherchieren und dann im Rahmen eines großen Praxistests mit Videoaufnahme die einzelnen Varianten ausprobieren.

Zum Glück bin ich in unserem vereinseignen Karnevalsfundus recht schnell fündig geworden, sodass ich einige ausrangierte Gardehüte für den Test benutzten konnte. Die Mariechen und Tänzerinnen in unserem Verein tragen traditionell einen Dreispitz, sodass ich den Test auch mit diesem Hutmodell durchgeführt habe.

Gardehüte in der Übersicht

Doch neben dem Dreispitz gibt es noch einige weitere Hutmodelle, welche es auf die große Bühne geschafft haben. Eine Auswahl möchte ich euch einmal genauer vorstellen.

Der Dreispitz ist der Klassiker unter den Gardehüten und preislich auch recht günstig zu haben.

Dreizspitz

Der Klassiker unter den Gardehüten. Ihr bekommt ihn in jedem Karnevalsgeschäft und auch bei Kostümläden wie beispielsweise Buttinette. Der Dreispitz besteht dabei aus einem Filzstoff. Die Dicke und Festigkeit des Stoffes bestimmt den Preis. Während der Karnevalsfilz sehr günstig ist, gebt ihr bei einem Hut aus Wollfilz schon mal um die 50 Euro aus. Dazu kommen die Kosten für die Federnester, Marabu, Borte, Bezug und ggf. die Einfassung.

Do it Yourself lohnt sich hierbei also für alle, die nicht um die 100 Euro pro Hut ausgeben können oder wollen. Weiter unten in meinem Artikel zeige ich euch, wie ihr ein Leder– oder Schlaufenband in den Hut einnähen könnt.

Einen Musketierhut trug zuletzt Tanzmariechen Katharina Theil auf der Deutschen Meisterschaft 2018.

Musketier

Diese Hutart ist dem Dreispitz am ähnlichsten, allerdings gibt keine Spitzen, der Hut ist eher rundlich bzw. oval. Der Musketierhut wird im Normalfall nicht mit einem Federnest bzw. einer Federboa, sondern mit einer länglichen Feder, oftmals Straußenfeder, ausgestattet.

Der Musketierhut wurde in den letzten Jahren mehr auf Turnier- als auf Karnevalsbühnen gesehen. Der Preis liegt hier auch höher, als beim normalen Dreispitz. Um die 80 bis 100 Euro müsst ihr einplanen. Auch hier kommen noch Bezug und Feder dazu.

Ein sogenanntes Schiffchen trug in den letzten Jahren auch das erfolgreiche Tanzmariechen Liana Wolf.

Schiffchen

Wie der Name schon sagt sieht der Hut wie ein umgedrehtes Schiffchen aus, welches auf dem Kopf sitzt. Diese Art des Hutes habe ich bisher hauptsächlich bei Turnier-Einzelmariechen gesehen.

Meine Recherche im Internet hat leider kaum Treffer dazu ergeben, sodass ich euch keinen Preis nennen kann. Auf der Webseite www.kreatives-von-a-z.de finden sich aber im Bereich „Aktuelles“ einige Modelle, die individuell angefertigt werden. Der Preis für solch ein Modell liegt bei rund 80 bis 100 Euro.

Das Tanzmariechen Samira Pruß und die weibliche Garde aus Neuenkirchen tragen seit Jahren den Tschako als Hut zum Gardekostüm.

Tschako

Der Tschako ist ein Modell, welches mich am meisten an den militärischen Bezug des Gardetanzes denken lässt. Dieser Hut ist rund, es gibt ihn mit glattem Stoff oder als Husarenmodell, mit Pelzimitat. Er passt eher zu traditionell und militärisch angehauchten Uniformen.

Dieses Modell bekommt ihr für 80 Euro aufwärts, je nach Ausstattung.

Gardehut am Kopf befestigen

Neben den vielen Ausführungen des Gardehutes gibt es natürlich auch einige Möglichkeiten, diesen am Kopf zu befestigen.

Für die Garde und Show habe ich vier Varianten für euch getestet:

  1. Gummiband
  2. Löcher im Hut
  3. Lederband
  4. Schlaufenband/Schlaufenborte

Das Ergebnis meines Tests findet ihr natürlich exklusiv in der Zeitschrift, welche ihr euch hier bestellen könnt:

Als kleinen Vorgeschmack, schaut doch mal in mein Teaservideo rein:

Do it Yourself: Lederband im Gardehut

Als Vorbereitung für meinen Test habe ich selbst einmal ein Lederband in einen ausrangierten Dreispitz genäht. Dafür habe ich mir 5m Lederband von Gazechimp bei Amazon bestellt. Mit Nadel und Faden ging es dann an die Arbeit. Dazu sei gesagt: Nähen ist absolut nicht mein Fall. Daher war meine Ausstattung an Nähutensilien auch eher Rudimentär.

Sehr sinnvoll ist ein sogenannter Fingerhut, damit ihr euch nicht ständig die stumpfe Seite der Nadel in den Finger haut. Ich habe mir mit einem Metallflaschenöffner beholfen 😉 Insgesamt war das Annähen reine Fleißarbeit. Durch das dicke Lederband und den Karnevalsfilz zu stechen, ist etwas anstrengend. Mit der Zeit kommt man aber gut rein.

Macht das auf jeden Fall, solange der Hut noch im Rohzustand ist! Für meinen Test habe ich einen alten Hut genommen, welcher natürlich schon mit Federn ausgestatten und an den Seiten zusammen genäht war. So war es für mich deutlich umständlicher, das Band an zu nähen. Eigentlich wird es auch nur oben heraus genäht, sodass man es von außen auf den angeklappten Flächen des Dreispitzes nicht sieht.

Insgesamt habe ich für das Band rund eine Stunde gebraucht. Das ging aber locker beim Fernsehgucken, sodass es nicht zu langweilig wurde.

Mit der Schlaufborte bzw. dem Schlaufenband funktioniert es übrigens genauso. Hier ist das Durchkommen mit der Nadel etwas leichter, da die Borte sehr dünn ist.

Wichtig bei beiden Varianten: Setzt die Stiche sehr eng nebeneinander. Nur so halten die Bänder die Last auch aus. Schließlich sollen euch die Gardehüte nicht reihenweise vom Kopf purzeln.

Gardehüte im Praxistest

Neben der reinen Ausstattung des Hutes kommt es natürlich auch auf die Befestigung an. Das Gummiband ist easy, das zieht ihr einfach nur über den Kopf. Doch wie sieht es mit den Löchern, Lederband und der Schlaufenborte aus?

Exklusiv für euch hat mein Mann als absoluter Laie einmal getestet, wie einfach oder schwer sich die Hüte je Variante anbringen lassen. Das Ergebnis lest ihr in der Zeitung – Hier könnt ihr euch das Ganze aber schon mal als Zeitraffer ansehen:

Im Anschluss habe ich jeden Hut für 30 Sekunden getestet, und einmal einen Abschnitt aus unserem aktuellen Marschtanz ausprobiert. Und auch das habe ich für euch gefilmt:

Wie ihr sehen könnt, haben alle Gardehüte bis zum Ende durchgehalten. Dieser Test gilt demnach als bestanden. Welche Variante der Befestigung mir persönlich am Besten gefallen hat, dass erfahrt ihr exklusiv in der Ausgabe der Garde und Show.

Ich wünsche euch viel Spaß beim Lesen und selbst ausprobieren!

Eure Lisa
keep-dancing

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