Was Ehrenamt im karnevalistischen Tanzsport bedeutet – Teil 4

Gastbeitrag

Endlich auf der Bühne.

Es ist Samstag Morgen. Generalprobe. Und unsere Bühne scheint zu klein zu sein. Nach diversen Anpassungen der Positionen passt alles und ich bin schon ganz gespannt auf den heutigen Abend. Schminken, Haare machen, Perücken und Hüte stecken, Aufwärmen, Dehnen, letzte Korrekturen. Die Mädels sind bereit für den Marschtanz.

Sie liefern einen tolle Tanz ab und wieder begreife ich, dass das mein kleines Werk ist. Das sind die Momente in denen man einfach nur erfüllt ist. Während die Großen sich abschminken und umziehen, bereite ich mein Tanzpaar für ihren ersten großen Auftritt vor. Ich spreche ihnen Mut zu, sie merken, dass ich an sie glaube und so meistern sie ihren Auftritt und lassen mich mit feuchten Augen im Saal jubeln.

Unsere Gastautorin

Fabienne Ank

Faschingsclub Thüngersheim e. V

Taenzerin und Trainerin Fabienne Ank

Fabienne tanzt seit über 15 Jahren aktiv im Fastnacht Verband Franken (BdK). Ob Garde, Schautanz oder als Tanzmariechen, Fabienne kennt die Bühne ganz genau.

Von 2012 bis 2016 war sie Trainerin der Jugendgarde im Schautanz. Es folgten weitere Trainer- und Betreuerjobs für Tanzpaare, Ü15 Mixtanz und Ü15 Garde und Schautanz. Sie ist noch heute als Trainer im Verein aktiv.

Jetzt bin ich auf meine Großen angewiesen. Sie wissen mittlerweile um den Stress zwischen den Auftritten und schminken sich bereits gegenseitig, als ich mit dem Tanzpaar zurück in die Kabine komme. Auf euch ist eben einfach Verlass. Auch der Schautanz legt einen wunderbaren Tanz auf unserer Bühne hin und danach wird gefeiert. Das haben wir uns verdient.

Krank an Karneval? Geht gar nicht!

Die Familien- und Seniorensitzung am darauf folgenden Tag läuft ebenfalls reibungslos und so fiebern alle ungeduldig auf die zweite Prunksitzung hin. Und dann werde ich krank. Klasse. Zwischen den Prunksitzungen. Ich muss mich jetzt schonen. Mal Aufgaben umverteilen. Bis Samstag wieder fit werden, denn dann steht ich selbst auf der Bühne und muss meine Büttenrede halten. Die Leute warten drauf. Und es klappt! Noch etwas schwach steige ich Samstag Morgen aus dem Bett, aber ich weiß, ich werde heute Abend am Start sein. Sämtliche folgende Auftritte gehen reibungslos über die Bühne.

Als nächstes steht der Faschingszug an. Wir haben uns ein eigenes Thema überlegt und zuvor Kostüme bestellt. Am Sonntag Morgen gehen wir gemeinsam in die Faschingskirche und anschließend treffen wir uns zum Frühstücken und Schminken. Am Abend gehen wir gemeinsam feiern.

Turnierteilnahme als großes Highlight

Für diese Session gibt es jetzt nur noch eine große Hürde zu meistern. Die unterfränkische Meisterschaft. Für uns Trainer ist es nicht immer leicht die Tänzer zu diesem Turnier zu motivieren. Häufig bekomme ich gesagt, es würden doch eh immer nur dieselben gewinnen, wir hätten keinen Namen und damit keine Chance und ohnehin wären wir ja kein Turnierverein. Doch auch in diesem Jahr zeigt sich wieder, dass sich die Anstrengungen lohnen können.

Zwar sind wir noch etwas von einem Treppchenplatz entfernt, dennoch haben besonders die Marschmädels eine wunderbare Leistung gezeigt und mich mit Freudentränen in den Augen jubeln sehen. Das ist natürlich ein großer Ansporn für die kommende Session. Und auch die Schautänzer geben alles. Am Ende des Tages bin ich sehr zufrieden und kann jetzt die Session ruhigen Gewissens abschließen. Natürlich muss dazu eine Sessionabschlussfeier organisiert werden. Wir verbringen einen tollen Abend gemeinsam. Sammeln Ideen, wie man das Training noch besser gestalten kann und nehmen uns Großes vor.

Fortsetzung folgt

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