Schwierigkeiten im Gardetanz

Eine Übersicht der wichtigsten Elemente

Schwierigkeiten im Gardetanz

Diese Schwierigkeiten gehören zum Gardetanz

Der Gardetanz ist aus Deutschland nicht weg zu denen. Ob Dorf oder Stadt: In nahezu jeder Region in Deutschland tanzen Mädels und Jungs in Karnevals- und Tanzsportvereinen.

Dabei besteht der Gardetanz nicht nur aus Tanzschritten und Positionswechseln. Das Besondere an unserer Sportart sind die Schwierigkeiten, mit welchen sich der Tanz auszeichnet. In diesem Artikel erhältst du eine gebündelte Übersicht über die folgenden Schwierigkeiten – samt Anleitungsvideos zum Erlernen:

  • Der Spagat (Längs- bzw. Damenspagat)
  • Die Beinführung (Standspagat)
  • Der Grätschsprung
  • Der Glockensprung
  • Der Spagatsprung
  • Der Krakowiak
  • Der Russenkreisel
  • Das Rad

Schwierigkeiten im Gardetanz: Der Name ist Programm

Die oben genannten Elemente werden nicht umsonst als „Schwierigkeiten“ bezeichnet, denn der Name ist Programm. Häufig benötigt es ein intensives, oft jahreslanges Training um die Elemente technisch korrekt zu erlernen.

Hier auf dieser Seite gebe ich dir einen kurzen Input zum jeweiligen Element und einige Tipps, wie du dieses Erlernen kannst. Allerdings geht dies bei keiner Schwierigkeit von heute auf morgen. Ein regelmäßiges und gut geplantes Training ist Pflicht.

Dabei unterstütze ich dich gerne. In meinem Online-Gardetraining Gardesport führe ich dich mit meiner Erfahrung aus 25 Jahren im karnevalistischen Tanzsport durch angeleitete Trainingsvideos. Wir bauen gemeinsam die Kraft und Beweglichkeit auf welche du benötigst, um die Schwierigkeiten sicher und gesundheitsorientiert zu erlernen.

Gardesports: Das erste Online Fitnesstraining für den karnevalistischen Tanzsport

Mehr zu Gardesports erfährst du hier. Jetzt aber ab zu den Schwierigkeiten.

Der Spagat (Längs- bzw. Damenspagat)

Denkt man an Schwierigkeiten im Gardetanz so fällt einem der Spagat sicherlich als erstes ein. Wir unterscheiden hier den Längs- bzw. Damenspagat und den Mittel- bzw. Herrenspagat. Beim Längsspagat werden deine Beine gerade nach vorn bzw. hinten gestreckt. Beim Mittelspagat werden sie seitlich weggestreckt.

Standardmäßig wird in einer Tanzgarde der Längsspagat gezeigt. Grundsätzlich sollten gezeigte Schwierigkeiten beidseitig (also sowohl mit rechts als auch mit links vorne) beherrscht werden.

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Mobilität, Flexibilität und Kraft

Für einen ordentlichen Spagat benötigst du nicht nur eine gute Flexibilität in der Beinrückseite. Ebenso wichtig ist auch Mobilität in deinem Hüftgelenk. Erreichen kannst du dies neben Beweglichkeitsübungen auch mit einem gezielten Kraftaufbau der gelenknahen Muskulatur.

Starke Bein- und Pomuskeln geben deinem Kopf ein sicheres Gefühl, dass du die Dehnung auch halten kannst und ermöglichen so einen besseren Sitz im Spagat. Für eine aufrechte Körperhaltung sind zudem starke Bauch- und Rückenmuskeln entscheidend. Beim Spagat ist also fast der gesamte Körper involviert.

Die Beinführung (Standspagat)

Die Beinführung wird auch als einfacher Standspagat bezeichnet. Dabei steht man auf einem Bein und führt das andere Bein seitlich außen in die Höhe. Das Stand- und Spielbein ist jeweils bis in die Fußspitze gestreckt, die Hüfte sollte gerade bleiben und sich nicht ausdrehen.

Der Oberkörper ist aufrecht und stabil. Eine weitere Variante ist die Beinführung bzw. der Standspagat am Kopf. Dabei wird das Bein nicht seitlich, sondern gerade vorm Körper nach oben Richtung Kopf geführt.

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Der Spagat ist Voraussetzung

Wer einen Spagat beherrscht kann nicht automatisch eine Beinführung – dennoch ist der Spagat eine gute Grundlage, da ähnliche Bereiche angesprochen werden: Eine gute Flexibilität der Beinrückseite, ein bewegliches Hüftgelenkt und Kraft in Bauch und Rückenmuskulatur.

Während man beim Spagat allerdings den Boden als Gegengewicht hat und zusätzlich den Effekt der Schwerkraft, muss man beim Standspagat die Figur aus eigener Kraft halten – und das auch noch einbeinig. Die Beinführung erfordert also noch mehr Stärke und Stabilität, als der Spagat.

Der Grätschsprung

Den Grätschsprung kannst du dir wie einen Grätschsitz in der Luft vorstellen. Setze dich einmal auf den Boden und strecke deine Beine möglichst weit seitlich von dir aus. Halte den Oberkörper gerade und strecke auch die Arme seitlich über den Beinen aus. So in etwas sieht der Grätschsprung aus – nur eben in der Luft.

Du springst also explosiv vom Boden ab und führst die Beine links und rechts nach oben in die Luft. Bestenfalls fliegen sie bis an die ausgestreckten Hände und du musst nicht aus dem Oberkörper nach vorn kippen.

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Eine Kombination aus Sprungkraft und Beweglichkeit

Klingt schwierig? Ist es auch! Ein Grätschsprung ist ein komplexes Zusammenspiel aus Kraft und Beweglichkeit. Neben der Tatsache, dass du genug Flexibilität und Mobilität benötigst, um deine Beine überhaupt in die Grätschposition zu führen, bedarf es auch noch einer extremen Schnellkraft.

Schließlich muss du hoch genug springen, um die Bewegung sauber ausführen und anschließend in der Hocke landen zu können – und nicht auf dem Po.

Der Glockensprung

Der Glockensprung ist vermeintlich etwas einfacher. Warum? Für diesen benötigst du keine übertriebene Dehnfähigkeit und auch keine extreme Mobilität. Dennoch ist ein technisch korrekt ausgeführter Glockensprung kein Kinderspiel.

Bei diesem Sprung führst du deine Füße seitlich links oder rechts in der Luft zusammen. Die Knie werden dabei spitz nach außen gestreckt. So ergibt sich zwischen denen Beinen eine Form, welche wie ein Diamant bzw. eine Glocke aussieht. Daher der Name.

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Sprungkraft und Technik entscheidet

Technisch anspruchsvoll ist der korrekte Absprung in den Glockensprung. Hier gibt es viele Variationsmöglichkeiten. Zum Beispiel aus einer Pendelbewegung oder einem Tanzschritt. Es gilt, aus dem einbeinigen Absprung ausreichend Höhe aufzubauen, um die Füße blitzschnell zusammen führen zu können. Einbeinige Sprungkraft ist also eine der wichtigsten Voraussetzung für den Glockensprung.

Der Spagatsprung

Deutlich kniffliger ist der Spagatsprung. Ein normaler Spagat ist verständlicherweise die Grundlage. Beim Spagatsprung springst du beidbeinig aus dem Stand oder der Hocke in die Luft und führst ein Bein gerade nach vorne und eines nach hinten – eben wie ein Spagat in der Luft.

Anders als bei den vorherigen Sprüngen landest du hier nicht in der Hocke sondern in der Regel im Spagat. Dabei ist es wichtig, dass du eine extreme Spannung aufbaust, um den Sprung abzufedern. Außerdem musst du darauf achten dein hinteres Bein auszudrehen, um kein blaues Knie oder einen gebrochenen Knöchel zu riskieren.

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Aktive Beweglichkeit wird benötigt

Bei einem normalen Spagat am Boden haben wir die Erdanziehungskraft und den Boden, welche uns dabei helfen den Spagat auszuführen. Die Dehnung erfolgt also zu einem großen Teil passiv. Beim Spagatsprung müssen wir unsere Muskulatur aktiv anspannen, um uns in der Luft in den Spagat zu setzen.

Besonders das hintere Bein – also Beinrückseite und Po – benötigen viel Kraft damit das Bein ebenso hochfliegt wie das Vordere. Sonst bis du nicht in Waage, sondern eine schiefe Spagatebene. Sprungkraft, Kraft und Beweglichkeit: Das alles gehört zum Spagatsprung.

Der Krakowiak

Auch der Krakowiak zählt zu den Schwierigkeiten im Gardetanz. Hier kommt es allerdings weniger auf die Beweglichkeit als auf Kraft und Ausdauer an. Anders als bei den anderen Figuren wird hier auch die Kraft unserer Schultern und Arme gefordert.

Für den Krakowiak setzt man sich auf den Po und stellt die Füße auf. Die Hände werden hinter dem Po aufgestellt. Nun drückt man sich leicht nach oben, sodass der Po in der Luft ist. Abwechselnd wird nun ein Bein nach vorne geworfen.

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Kondition, Stabilität und Kraft

Klingt nicht schwer – ist aber auch nicht zu unterschätzen. Zuerst einmal hältst du dein Körpergewicht nur auf drei Punkten: Den beiden Händen und jeweils einem Bein. Durch die Wurf- bzw. Schwungbewegung der Beine wirken deine Hand- und Sprunggelenke als Dämpfer, bekommen also ordentlich Druck ab. Starke Muskeln, welche diese Schützen und dich stabilisieren sind also von Vorteil.

Und: Auch der konditionelle Aspekt ist nicht zu unterschätzen. Nach vier, fünf Beinschwüngen in dieser Position schlägt das Herz bereits schneller und der Puls treibt nach oben.

Der Russenkreisel

Eine weitere Bodennahe Schwierigkeit ist der Russenkreisel. Bei dieser Figur geht man hinunter in die Hocke und stütz sich mit den Händen vor den Beinen ab. Die Knie sind dabei in der Ausgangsposition zusammen.

Nun streckt man ein Bein seitlich aus und führt es einmal um den Körper herum. Also zuerst nach vorne unter den Händen durch und anschließend nach hinten unter dem Fuß durch und wieder nach außen. Die Krux: Das Spielbein wird dabei in der Luft gehalten, nicht am Boden entlang „geschliffen“.

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Koordinativ herausfordernd

Durch das Halten des Beines in der Luft sind erneut starke Muskeln im Bereich Po und Oberschenkel nötig sowie eine gewisse Mobilität der Hüfte. Ein weiterer anspruchsvoller Aspekt ist die Koordination: Die bodenberührenden Extremitäten müssen im genau richtigen Moment angehoben werden, um das Spielbein durchzulassen. Das erfordert etwas Übung.

Auch nicht zu vernachlässigen ist der Oberkörper. Dieser sollte lang und gerade gestreckt sein, der Blick geht nach vorne. Dazu muss der Rücken angespannt und die Schulterblätter zusammengeführt werden.

Das Rad

Etwas aus der Reihe fällt das Rad, als letzte Schwierigkeit in dieser Übersicht. Ist es doch technisch so ganz anders als die bisher vorgestellten Schwierigkeiten aufgebaut. Bei der diesem Element startet man im Stehen und führt dann eine Hand nach der anderen zum Boden.

Die Füße heben ab und werden nacheinander auf die gegenüberliegende Seite geführt. Da diese Bewegung wie ein Rad mit Speichen aussieht, der Name der Figur. Nachdem die Füße nacheinander am Boden sind, werden die Hände ebenfalls nacheinander von diesem abgehoben.

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Ebenfalls eine Ganzkörperübung

Doch ganz so anders ist das Rad gar nicht. Auch hier sind viele Körperbereiche involviert. So benötigst du Kraft in Bauch und Rücken, um dich stabil zu halten. Sowie Mobilität in der Hüfte, um deine Beine in eine leichte Grätschposition zu führen.

Neu ist allerdings der Aspekt der Stützkraft in den Schultern und Armen. Diese wird benötigt, damit du dich auf deinen Armen im Rad halten kannst. Hinzu kommt noch eine Brise Mut, deine Welt einmal auf den Kopf zu stellen.

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