Gardetraining in Krisenzeiten

Wie du trotz Corona für deine Garde trainieren kannst

Gardetraining in Zeiten von Corona

Kein Gardetraining aufgrund Corona

Besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen. Und diese Zeiten aktuell sind wahrlich besonders.

Das Coronavirus hält die gesamte Welt in Atem. Was zuerst belächelt und als Grippeart vernachlässigt wurde, hat sich nun zur Pandemie ausgeweitet. Und eine Eindämmung ist faktisch nicht mehr möglich. Bleibt nur noch die Chance, das Virus lange genug abzumildern (Quelle: Perpective Daily).

Die Auswirkungen sind auch in Deutschland spürbar. Der BdK hat verkündet, dass die Deutschen Meisterschaften im karnevalistischen Tanzsport verschoben werden. Der DVG hat die Turniersaison komplett beendet. Ähnlich sieht es in anderen Sportarten wie Fußball oder Eishockey aus.

Schulen und Kindergärten, Theater und Kinos, Diskotheken und Bars werden geschlossen. Das öffentliche Leben kommt Schritt für Schritt zum Erliegen. Und auch immer mehr Sportvereine verkünden, den Trainingsbetrieb bis auf Weiteres einzustellen. Das hat nun auch Auswirkungen auf unser Gardetraining.

Vermeidung sozialer Kontakte ist unsere einzige Chance

Die Entscheidung, dass öffentliche Leben weitreichend einzuschränken, ist die einzige Chance, die wir haben. So unangenehm es sein mag: Die Vermeidung sozialer Kontakte ist in der jetzigen Phase das Mittel was wirklich hilft, das Coronavirus in den Griff zu bekommen.

Kein Gardetraining: Die Vermeidung sozialer Kontakte ist die einzige Möglichkeit, das Coronavirus abzumildern.

Dazu zählt auch das Training mit deiner Garde. Auch wenn noch keiner über akute Symptome klagt: Die Infektion kann dennoch bereits erfolgt sein. Viele Symptome zeigen sich erst Tage später – und dann habt ihr bereits massig mehr Leute angesteckt.

Deswegen: Nehmt das Virus ernst und bleibt im Rahmen eurer Möglichkeiten zuhause.

Gardetraining zuhause – Drei Möglichkeiten

Doch, nur weil ihr zuhause bleibt, heißt das noch lange nicht, dass ihr nicht auch etwas tun und sogar gemeinsam trainieren könnt. Denn zum Glück leben wir im Zeitalter von YouTube, Webcam und Smartphone.

Es gibt ausreichend Wege, sich auch von Zuhause fit zu halten. Klar, große Choreographien sind nicht möglich. Aber dennoch kann jeder einzelne etwas tun, um das Leistungslevel zu halten. Dazu gehört nur etwas Motivation und Disziplin.

Ich zeige euch drei einfache Möglichkeiten, auch in Zeiten von Corona euer Gardetraining fortzuführen.

Möglichkeit 1: Trainiere deine Kraft, Flexibilität und Kondition

Die einfachste Möglichkeit liegt sicher jedem auf der Hand. Richte dir zuhause dein eigenes Fitnessstudio ein. Dazu benötigst du keine Geräte sondern nur eine Matte und die richtigen Übungen.

Überlege einmal selbst, was ihr sonst so im Aufwärmtraining macht. Stelle dir dein eigenes kleines Programm zusammen und trainiere zu deinen normalen Trainingszeiten einfach zuhause. Wärme die ordentlich auf, tu etwas für deine Beine und deinen Core-Bereich.

Kraft, Ausdauer und Flexibilität kannst du auch von Zuhause trainieren

Mobilisiere und dehne, setz dich in den Spagat, übe an deiner Beinführung.

Dir fallen keine Übungen ein? Dann bitte deine Trainerin, dir einen kleinen Übungsplan für Zuhause zusammen zu stellen. Oder suche bei YouTube nach passenden Übungen. Das kann wirklich jeder alleine zuhause machen.

In meiner Instagram-Reihe „52 Übungen in 52 Wochen“ habe ich dir schon einige Übungen für dein Training gezeigt. Diese lassen sich wunderbar auch auf kleinstem Raum zuhause ausführen. Hier einige Beispiele:

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Also, kneif deinen Hintern zusammen und überwinde dich, auch alleine zuhause etwas zu tun.

Möglichkeit 2: Lerne die Gardeschritte per Video

Liebe Trainerinnen und Trainer: Steckt den Kopf nicht in den Sand! Ihr wollt, dass eure Tänzerinnen und Tänzer dennoch die Schritte des neuen Tanzes lernen? Dann schnappt euch euer Smartphone und macht eine kleine Videosession zuhause.

Filmt die Schritte, die ihr für die Trainingseinheit geplant habt. Erklärt sie Stück für Stück, so wie ihr es auch im Training machen würdet. Zeigt sie dann schnell ohne und mit Musik.

Im Anschluss stellt ihr eurer Garde die Schritte via WhatsApp bereit und gebt die Anweisung, diese zur normalen Trainingszeit zuhause selbst zu lernen. Zur Kontrolle könnt ihr ein Video des Erfolges anfordern – oder ihr vertraut darauf, dass eure Schützlinge das gezeigte auch umsetzen.

Statt die Videos über WhatsApp zu verteilen, könnt ihr auch YouTube nutzen. Legt euch hierzu einen Account an und ladet das Video hoch. Setzt es auf „nicht öffentlich“, sodass nur Leute mit einem Link das Video finden können.

Erstellt dann eine Playlist zum Beispiel „Marschtanz 2020“, zu welcher ihr das Video hinzufügt. So könnt ihr Stück für Stück alle Videos der Playlist hinzufügen. Das hat den Vorteil, dass eure Mädels und Jungs nur einen Link benötigen und alles an einem Ort finden. Außerdem könnt ihr die Videos wieder vom Handy löschen und so euren Speicherplatz schonen.

2015 habe ich das übrigens mal gemacht. Wie so eine Playlist aussieht könnt ihr euch an diesem Beispiel ansehen:

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Möglichkeit 3: Videokonferenz

Alleine trainieren ist nicht euer Ding? Ihr braucht die anderen Tänzer*innen zur Motivation? Dann nutzt doch eine Videokonferenz!

Ok, so einfach ist das ganze nicht. Aber mit ein bisschen ausprobieren und einigen Einschränkungen kann das ganze Klappen.

Nutze eine Videokonferenz um gemeinsam zu trainieren

Bei meiner Recherche bin ich auf zwei kostenlose Tools gestoßen. Zum einen könnt ihr Skype nutzen. Das Programm kennt sicher fast jeder von euch. Ihr ladet es kostenlos herunter und meldet euch an. Anschließend könnt ihr direkt mit einem Videocall starten.

Die Einschränkung liegt darin, dass nach meiner Recherche maximal 10 Personen an einem Videotelefonat teilnehmen können. Größere Gruppen müssten sich also aufteilen.

Oder ihr ladet euch Microsoft Teams herunter. Nachdem die Coronakrise an Geschwindigkeit zugenommen hat, hat Microsoft verkündet ihr Tool „Teams“ bis Januar 2021 kostenfrei anzubieten. Über Microsoft Teams könnt ihr kostenlose Video Calls mit unbegrenzten Teilnehmern durchführen. Auf dem Bildschirm werden allerdings nur maximal vier Teilnehmer gleichzeitig als Video angezeigt. Microsoft nutzt hier anscheinend eine Audioerkennung, das heißt, wer gerade spricht wird dargestellt. Aber dass würde ja für unsere Zwecke funktionieren.

Team funktioniert auch auf dem Smartphone, sodass ihr keinen Laptop benötigt. Hier kommt ihr zum kostenlosen Download.

Gardetraining in Zeiten von Corona

Ihr seht: Es gibt Mittel und Wege euer Training auch in Krisenzeiten durchzuführen. Hier müssen wir alle einfach mal um die Ecke denken und neues ausprobieren. Und wer weiß: Vielleicht gibt es bald die erste Online-Tanzgarde.

Ich hoffe auf jeden Fall, dass wir die Coronakrise noch in den Griff bekommen und bald wieder unseren normalen Trainingsbetrieb aufnehmen können.

Bis dahin, bleibt zuhause und vor allem gesund,
Eure Lisa von keep-dancing

3 Kommentare
  1. Kim sagte:

    Hallo!
    Erstmal großes Kompliment für deinen Blog. Ich finde es toll wieviel Mühe du dir gibst und für mich als Trainerin ist es auch mal schön mir ein paar Tips abzuholen. Den wenn man das schon länger macht bringt es auch frischen Wind in die Einheiten!!!

    Ich würde mich sehr über einen Bericht über das Thema „Dehnen“ freuen. Welche Übungen machst du, wie gestaltet sich dein Warm-up….usw.

    Bis dahin
    Mach weiter so!!!!
    Liebe Grüße

    Antworten
    • Lisa sagte:

      Hallo Kim, vielen lieben Dank. Das freut mich sehr!

      Zu deinem Wunsch, es wird im Mai einen Artikel geben „Dehnen vs. Mobilität – So wirst du wirklich flexibler“. Der sollte in die Richtung gehen :) ansonsten gibt es auch ein paar Dehnübungen in meiner 52-Wochen-Serie bei Instagram und Facebook.

      Aber vielleicht drehe ich auch mal ein Video dazu :) Mal schauen. Danke auf jeden Fall für die Nachricht.

      Antworten

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  1. […] Alternative musste her. Das Schlagwort der Stunde: Cybertraining. Hier im Blog sowie in der Zeitschrift Garde & Show habe ich dazu bereits einen ausführlichen Artikel […]

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