Gardetraining während der Periode

Talk about it: Die Periode

Wohlgemerkt geht es heute um ein Thema, über das nicht viel offen gesprochen wird – was uns Mädels aber alle betrifft: Die Periode und vor allem, Sport mit dieser. Ein ungewöhnliches Thema? Finde ich nicht. Denn so häufig wie die Periode in unserem Leben vorkommt hat sie es verdient, dass wir einfach mal darüber sprechen.

In meinem Artikel soll es darum gehen, was diese „Periode“ eigentlich medizinisch gesehen genau ist. Ob Sport gegen Regelschmerzen hilft oder diese verschlimmert. Und was das ganze Thema für Auswirkungen auf uns Trainer und unser Training hat.

Die Periode – Der Beginn eines neuen Kapitels

Seinen wir mal ehrlich, auch wir älteren Mädels und Frauen erinnern uns noch ganz genau, wann sie uns das erste Mal ereilte. Ob in der Schule, mitten in der Nacht im Bett oder auf der Familienfeier – Das erste Mal seine Tage zu bekommen ist oftmals kein schöner Moment. Überforderung, Scham und Ungewissheit greifen um sich.

Mit der Pupertät setzt auch die Periode zum ersten Mal ein. Das perfekte Junioren-Alter.

Genauso wie es uns damals ging, geht es heute auch unseren Schützlingen in der Garde. Häufig sind dies ja Mädchen und teilen somit alle das gleiche Schicksal. Die Periode tritt meistens das erste Mal im Alter zwischen 11 und 13 Jahren auf – kann aber auch schon mit 9 Jahren oder erst mit 16 Jahren starten. Das liegt an der persönlichen biologischen Uhr jeder einzelnen Frau und ist völlig ok.

Zwischen 11 und 13? Exakt, dass perfekte Junioren-Alter. Als Trainer einer Juniorengarde hat man also öfter was davon. Doch was ist die Periode, Menstruation oder umgangssprachlich auch „die Tage“, eigentlich?

Und monatlich grüßt die Menstruation

Jeden Monat aufs Neue - Pro Jahr kommen wir auf knapp 60 Tage mit Blutung.

Die Periode macht einen großen Teil unseres Lebens aus. Im Jahr kommen wir Mädels schon mal auf 60 Tage mit der Regelblutung. Ganz schön viel. Doch warum eigentlich?

„Zur Blutung kommt es, weil die Gebärmutter, die sich darauf vorbereitet hatte ein befruchtetes Ei aufzunehmen, wieder einmal leer ausgegangen ist.

In Vorbereitung auf die Schwangerschaft lässt die Gebärmutter (…) die Gebärmutterschleimhaut, also ihre innerste Schicht, anwachsen. (…) Nistet sich kein Ei ein, braucht der Körper die dicke Schleimhautschicht nicht mehr, er stößt sie ab und schwemmt sie samt Blut aus.“ (Zitat aus dem Buch „Viva la Vagina!: Alles über das weibliche Geschlecht“ von Nina Brochmann und Ellen Stokken Dahl).

Soweit die medizinische Sicht auf den Prozess der Menstruation. Für uns Mädels bedeutet sie aber: Einmal im Monat wird alles ein bisschen komplizierter. Je älter man ist uns je öfter man seine Tage bereits hatte, umso Normaler wird das Ganze.

Mit Hilfe der Pille lassen sich die Periodenschmerzen verringern und der Zyklus wird planbar. Die Tage kommen nicht mehr ganz so überraschend. Und auch eine Schmerztablette kann gegen Regelbeschwerden helfen. Doch wie sieht es mit Sport aus?

Hilft Sport gegen Regelschmerzen?

Als erstes vorweg: Es spricht rein körperlich gar nichts dagegen, während der Periode Sport zu betreiben. Es ist nicht gefährlich sondern wirkt sogar schmerzlindernd. Denn durch die Bewegung werden die Muskeln gelockert und Krämpfe vermindert. Außerdem werden durch Sport Endorphine ausgeschüttet, welche uns eine positive Laune bescheren. Ihr habt also nach dem Training nicht nur weniger Schmerzen, sondern auch noch bessere Laune.

Sport hilft gegen Krämpfe und sorgt für Glücksgefühle - Auch während der Periode.

Doch bei manchen Mädchen ist die Periode mit extrem starken Schmerzen und Begleiterscheinungen wie Kopfschmerzen oder Übelkeit verbunden. Was tun? Einmal im Monat das Gardetraining ausfallen lassen? Oftmals hängt das Schmerzempfinden auch davon ab, wie du die Periode wahrnimmst.

Wenn du von Anfang an offen mit ihr umgehst und sie als ein Teil von dir als Frau und in dem Leben akzeptierst, ist die psychische Einstellung eine ganz andere, als wenn du dich automatisch bei Beginn deiner Tage mit der Wärmflasche im Bett verkriechst.

Auch hier haben wir alle einen inneren Schweinehund, der uns einreden will, dass Verkriechen die beste Lösung für uns ist. Wenn man diesen aber einmal überwindet und sich trotz Regelschmerzen zum Sport aufrafft, fühlt man sich danach viel besser. Von daher ist mein Tipp an alle Mädels mit starken Schmerzen: Versucht es einfach mal. Und wenn ihr danach wirklich feststellen solltet, dass sich die Schmerzen verschlimmert haben, könnt ihr euch beim nächsten Mal gerne wieder im Bettchen verkriechen.

Die Auswirkungen der Periode auf unseren Sport

Gardetraining ist auch während der Periode kein Problem.

Welche Probleme sich für das wöchentliche Training ergeben, habe ich oben schon aufgezeigt. Kein Trainer möchte, dass das Training unter dieser normalen Begleiterscheinung im Leben leidet. Stellt euch nur mal vor, von euren 10 Junioren fehlt jedes Mädchen einmal im Monat wegen Regelschmerzen. Da die Zyklen nicht gleich sind, habt ihr faktisch kein volles Training mehr. Da hilft nur: Aufklärung darüber, dass Sport dem Körper gut tut.

Und wenn wir mal weiter denken: Würde sich einer eurer Schützlinge einen Auftritt oder ein Turnier entgehen lassen, nur weil es gerade wieder Zeit für die Blutung ist? Ich denke nicht.

Wir haben heute den Vorteil, dass es tolle Helferlein gibt, um uns in der Menstruation zu unterstützen. Ob Tampon, Binde oder Menstruationstasse – die heutigen Hygieneartikel lassen uns auch beim Sport sicher durch die Periode kommen. Probiert einfach aus, womit ihr euch beim Sport am sichersten fühlt. Und lasst euch den Spaß an eurem Hobby nicht von der Periode vermiesen.

Tanzt mal drüber nach, eure Lisa von keep-dancing.

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