Die Selbstzweifel einer Gardetrainerin

Warum mir die Anzahl meiner Marschtänzer Kopfschmerzen bereitet.

Die Pure Leidenschaft einer Gardetrainerin

Als fleißige Leser wisst ihr, dass alles was ich hier Schreibe, von Herzen kommt. Weil ich unsere Sport liebe, weil meine Leidenschaft für den Karneval, die Garde und den karnevalistischen Tanzsport einfach riesig ist. Und weil ich von Herzen gerne Gardetrainerin bin.

Heute geht es um ein Thema, was mich wirklich extrem bewegt. Daher sitze ich hier auch mit einem leichten Kribbeln im Bauch, zittrigen Fingern und einem Kloß im Hals. Warum mein Körper so reagiert? Muss wohl heißen, dass es mir ziemlich viel bedeutet…

Ich bin sauer. Auf wen? Gute Frage. Keine Person, so viel steht fest. Vielleicht auf das Universum, auf das Schicksal, auf denjenigen, der für die Fairness im Leben verantwortlich ist. Es sollte sich also keiner von euch Lesern angesprochen fühlen 😉

Aber ernsthaft, kennt ihr das? Ihr strampelt euch ab. Ihr gebt euer letztes Hemd, steckt alle Energie in diese eine Sache – und bekommt am Ende doch wieder einen „in die Fresse“ (sorry meine Ausdrucksweise, kann es nicht gewählter schreiben).

Genauso fühle ich mich. Und das muss ich einfach mal mitteilen. Aber von vorne.

14 kleine Gardetänzer…

In der Trainingssession 2017/2018 sind wir mit 13 Marschtänzern gestartet. Am Ende waren noch acht übrig. Ausschlag für uns, unser Training einmal zu hinterfragen.

Also habe ich angefangen, an mir als Gardetrainerin intensiv zu arbeiten. Ich habe mir Fachliteratur besorgt und mich in das Thema Sportpsychologie eingelesen.

Sind acht Marschtänzerinnen genug?

Daraufhin haben wir unser Training richtig umgekrempelt. Haben das Team und die Gemeinschaft in den Fokus gestellt. Haben viel viel getan, für die Tänzerinnen und das Klima im Training. Ob Ausflüge, Teamspiele oder Motivationsaufgaben – viel Zeit neben dem Training ging für Vor- und Nachbereitung drauf.

Und es hat sich gelohnt. Die acht Mädels sind so extrem zusammen gewachsen, wie wir es noch nie erlebt hatten. An Karneval flossen bei uns allen Tränen, als fünf der acht uns in Richtung Ü15-Garde verlassen haben.

Dennoch war ich motiviert: Mit den Erkenntnissen und den Plänen vom letzten Jahr sollte es diese Session besser laufen. Wir sollten 9 neue Mädchen der jüngeren Garde bekommen und somit auf wieder 12 Marschtänzer und 15 Schautänzer anwachsen. Außerdem hatten wir eine Werbung laufen, um neue Tänzerinnen für unseren Verein zu gewinnen. Mit all dieser Arbeit und all der Mühe die ich in dieses Hobby stecke, musste das einfach gut werden.

Und es klang auch erstmal alles positiv. Zwei neue Mädchen hatten sich angekündigt, so dass ich schon leise von 14 Marschtänzerinnen zu träumen anfing. Voller Elan stürzte ich mich also in die Vorbereitung unseres Auftakt-Elternabends. So gut geplant, so intensiv vorbereitet hatten wir uns noch nie. Wir waren bereit.

Hinfallen, Aufstehen, Krönchen richten, Weitergehen

Einen Tag vorm großen Abend dann der erste Schlag in die Magengrube: Eine Tänzerin aus dem letzten Jahr will nicht mehr mitmachen. Grund: Ein anderes Hobby.  Dabei war sie so gut – warum nur, Schicksal?

Also noch 13. Alles ok. Der Elternabend lief gut über die Bühne. Ich hatte ein gutes Gefühlt, alle abgeholt und unsere Themen platziert zu haben.

Vorbereitung für die große Präsentation beim Elternabend.

Einen Tag später die nächste Nachricht: Eine von den Neuzugängen hatte es sich doch anders überlegt. Grund: Ein anderes Hobby. Oh je.

Also starteten wir mit 12 Mädels ins neue Trainingsjahr. Der erste Monat lief gut und ohne Zwischenfälle. Doch dann, eine weitere Nachricht: Eine unserer Besten hört auf. Grund: Ein anderes Hobby. Ja, ich wiederhole mich. Aber so ist es nun einmal. Ich kann es auch nicht mehr hören. Wenigstens konnten wir sie überzeugen, noch beim Schautanz dabei zu bleiben.

Da waren‘s nur noch 11 im Marschtanz. Und apropos Schautanz, auch hier kam zur selben Zeit eine Hiobsbotschaft: Unsere Hauptrolle vom letzten Jahr möchte diese Session pausieren. Grund: Dreimal dürft ihr raten.

Na dann, Aufstehen, Krönchen richten und weiter geht’s. Schwer gebeutelt schleppe ich mich Woche für Woche ins nächste Training. Klar, dass auch die Motivation als Gardetrainerin unter diesen Rückschlägen leidet.

Und ihr könnt es euch schon denken, dass war noch nicht alles. Knapp sieben Wochen nach Sessionsstart hörte noch ein Mädchen auf. Diesmal gab es sogar einen anderen Grund: „Es ist mir zu viel“. Mmmh. Quasi ein Totschlagargument, was soll man da sagen. Ein Hobby bzw. ein Sport kostet nun mal etwas Freizeit. Andere Garden machen da noch viel mehr als wir mit unseren zweimal 90 Minuten die Woche – aber ok.

Der Grund für mein Quantitätsproblem

Nun sind wir also unter die magische Grenze von 11 Tänzerinnen gerutscht – schon wieder. Magische Grenze? Ich weiß nicht, wann es war und ich weiß nicht, wer es war, aber irgendwann fielen in unserem Verein mal die magischen Worte „unter 11 Mädchen wird nicht getanzt“. Die hatten sich in mein Gedächtnis gebrannt. Und nun hatten wir es also schon zum zweiten Mal geschafft und waren unter die Grenze gefallen.

Die Steigergarde des KTC Altsdorfer Tänzer mit sieben Tänzerinnen bei der Deutschen Meisterschaft 2018. Foto von Nader Redan.

Die Steigergarde des KTC Altsdorfer Tänzer mit sieben Tänzerinnen bei der Deutschen Meisterschaft 2018. Foto von Nader Redan.

Dazu kommt noch, dass wir eines der zehn Mädchen nicht mit auf die Bühne nehmen werden, da sie es tänzerisch nicht schafft. Also sind wir zu neunt. Autsch. Nur eine mehr als im letzten Jahr.

Nun versteht ihr mich vielleicht, warum ich sauer bin. Auf keine Person, sondern einfach auf das Schicksal, welches sich einen Dreck um meine Anstrengungen schert. Ich gebe so viel für diesen Sport und dass soll der Lohn sein? Na vielen Dank auch.

Doch warum beschäftigt mich das so, werdet ihr euch jetzt vielleicht Fragen. Eine Marschtanzgarde braucht laut BdK-Richtlinien  – und wir sind nun mal ein dem BdK angeschlossener Verein – sechs Tänzerinnen. Ich habe schon Garden auf Turnieren mit sechs Mädchen gesehen. Alles kein Problem.

Gilt Schein vor Sein?

Ich denke, es ist die Außenwirkung, die mir Sorgen macht. Ich und mein engster Kreis wissen, wie viel Arbeit, wie viel Schweiß, Tränen, Zeit und Herzblut ich in dieses Hobby stecke. Was ich dafür opfere (Zeit für Freunde) und riskiere (Stress an der Arbeit – Anmerkung: Ich mache immer früher Schluss, um pünktlich im Training zu sein).

Aber sehen das die Zuschauer? Sehen das die Vereinsmitglieder und unser Vorstand? Oder sehen sie nur, dass es immer weniger Tänzerinnen werden? Und was wirft das für ein Licht auf mich als Gardetrainerin? Genau das ist es, was mich beschäftigt. Dass meine geleistete Arbeit und all das Engagement von der dunklen Wolke „es sind so wenige Tänzerinnen“ verdeckt wird.

Ich weiß auch nicht, was ich noch machen kann, um die Abwanderung aufzuhalten. Wie können wir mit Hobbys wie Fußball, Reiten oder Sportgymnastik konkurrieren? Hier geht es um regelmäßige Wettbewerbe, regelmäßige Spiele – während wir nur einmal im Jahr unser Gelerntes zeigen können. In den anderen Hobbys erhalten die Kinder öfter Bestätigung, können viel häufiger zeigen, was in ihnen steckt.

Oh ja stimmt: Auch wir könnten ja auf Turniere gehen. Doch dafür haben wir einfach nicht das Leistungsniveau. Der gesamte Verein ist auf Hobby und Freizeit ausgelegt – als einzelne Garde haben wir da kaum eine Chance. Wenn wir jetzt anfangen wollen, auf ein Turnierniveau zu gelangen, bedeutete das noch viel, viel, viel mehr Training als jetzt. Und dann haben wir am Ende garantiert keine sechs Tänzerinnen mehr übrig.

Die Angst vorm Versagen

Aber ich schweife ab. An was fehlt es mir an dieser Stelle? Ist es mangelndes Selbstvertrauen in meine Fähigkeiten als Gardetrainerin? Die Angst, unfair behandelt zu werden? Die Panik davor, meine Garde zu verlieren weil ich scheinbar als Trainerin nichts tauge, da wir „nur so wenige Tänzerinnen“ sind? Verlustängste?

Der Job als Gardetrainerin bringt viel Verantwortung mit sich - und kostet oft auch viel Zeit zum Nachdenken.

Vielleicht suche ich nach Bestätigung. Und wenn mir das miese Schicksal diese schon nicht geben will – dann vielleicht wer anders, dessen Meinung mir wichtig ist. Eltern, Vereinsmitglieder, Vorstand… Jemand der sieht, wie viel Mühe wir uns geben und der akzeptiert, dass auch neun Tänzerinnen eine tolle Leistung bringen können. Vielleicht interpretiere ich aber auch zu viel in andere Aussagen. Ich weiß es nicht.

Aber eins weiß ich, jetzt ist es raus. Ich habe meine Gedanken und Gefühle zu Papier gebracht. Jetzt seid ihr Leser dran. Kennt ihr diese Momente? Was hilft euch in solchen Situationen?

Schreibt mir, eure Lisa
keep-dancing

9 Kommentare
  1. Ralf Schelke sagte:

    Liebe Lisa,

    ich denke nicht, dass Du dir wegen der „Menge“ irgendwelche Sorgen machen musst und solltest. Wenn die Qualität stimmt, und da bin ich bei Dir fest von überzeugt, wird die Garde auftreten. Am 11.11. wenn ihr dann schon so weit seit, beim Freundschaftstanzen, am Karneval der leisen Töne, an Weiberfasching, Prunksitzung, Kika und, wenn ihr wollt, sicher auch noch das ein oder andere Mal an Rosenmontag.

    Wer dich kennt, und das sind Alle im Verein, weis, dass Du immer 100 % gibst und es daher an Dir und den Trainerinnen nicht liegt. Es ist halt der Trend der Zeit, dass nicht nur die Kinder sondern auch deren Eltern – insbesondere wenn diese nichts mit Karneval am Hut haben – andere Prioritäten setzen. Wir sind in einer schnelllebigen Zeit angekommen, bei dem ständig ein neuer Kick erforderlich ist.

    Nimm nur den Jugend-Fußball. Zu meiner Zeit waren Spielgemeinschaften eher die Ausnahme wie die Regel. Maximal mal zwei Orte, die sich zusammengeschlossen hatten. Heute ist es doch so, dass ganze Gemeinden sich zusammenschließen müssen um überhaupt noch Mannschaften stellen zu können.

    Mach Dir also keine Sorgen. Bleib dran. Verlier deinen Ehrgeiz nicht. Gib nicht auf. Der CCB braucht Menschen wie dich.

    Dein Papa.

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  2. Julia sagte:

    Hallo,
    ich verstehe deine Ängste total. Ich selbst bin Trainerin einer Jugendgarde. Unser Verein ist nicht groß, wir haben 3 aktive Tanzgruppen. In der Aktivengruppe mangelt es nicht. 15 Tänzerinnen im Marsch und 19 im Showtanz. Für unsere Bühnen schon fast zu viel, aber ich will mich nicht beschweren. 2015 kamen dann 2 Mädels und wollten gerne tanzen. Ich dachte mir, wieso keine Gruppe aufmachen für kleinere Tänzerinnen, die Lust auf den Tanzsport haben. Wir haben eine riesige Aktion gestarten und waren am Ende jedoch nur vier Tänzerinnen. Ich habe mir gedacht, ja okay, ein Versuch ist es wert. Vier engagierte Mädels, die gerne tanzen wollen und ich dem Tanzsport total verfallen. Warum soll ich den Mädels keine Chance geben auch ihre Liebe zum Tanzsport zu finden. Alle haben vorher noch nie getanzt und ich muss sagen, dass ich überaus glücklich bin, dass ich diese Herausforderung angenommen habe. Natürlich wurde viel über uns gesprochen. Eine Garde mit vier Mädels…ist das überhaupt nötig? Aber ich konnte mich, egal wie schwer es war, immer motivieren. Es gab Mädels, die das Tanzen so sehr lieben wie ich und ich möchte es ihnen möglich machen, dass sie ihren Traum lebeb können.
    2016 ging es Bergauf. Eine Tänzerin kam dazu. Aber ist eine Garde aus fünf Tänzerinnen eine Garde?
    2017 hat ein Mädchen wegen eines anderen Hobby aufgehört. Doch zwei kamen dazu. Sie haben auch noch nie getanzt, also alles auf Anfang. Grundschritte, Teamarbeit und Taktgefühl. Alles musste neu gelernt werden. Es war hart. Sehr hart. Aber ich habe mir immer gesagt, so lange es da noch eine Tänzerin gibt, die gerne tanzen möchte, werde ich ihr die Chance geben.
    2018 dann der „Durchbruch“: Wir konnten uns auf acht Mädels hocharbeiten. Natürlich ist das nicht viel und ja, wir fingen schon wieder von vorne an. Aber wenn ich sehe, wie glücklich alle sind, wenn sie ins Training kommen, bin auch ich glücklich.
    Doch zwischendurch natürlich immer Rückschläge. Ich bekomme 100€. 100€. Zum Vergleich bekommen die Trainerinnen für die anderen Gruppen 400€. Und das was ich leiste, ist überhaupt nichts andres. Aber beschweren kann ich mich nicht. Wir haben die beste Jugendgruppe für den Freizeitmarschtanz in der gesamten Umgebung. Auch mit nur acht Mädels. Und das waren sie auch, als sie zu viert waren.
    Unser Verein hat nicht viel Geld. Das meiste geht für den Fußball drauf. Die Kostüme sind älter. Und neue Kostüme bekommen immer nur die Großen. An die Kleinen kommt gar nichts zurück. Und das was wir leisten, kann sich echt sehen lassen.
    Aber ich lasse mich nicht unterkriegen. Ich liebe meine Schützlinge über alles. Ich bin dem karnevallistischen Tanzsport verfallen und ich möchte, dass auch unser Nachwuchs die Chance dazu hat, egal wie schwer es ist. Manchmal üben wir 3h an einem Teil des Tanzes. Aber wenn ich sehe wie sie an Auftritten tanzen, strahlen, das Tanzen lieben, dann macht mich das glücklich. Das motiviert mich.
    Und solange es nur eine Tänzerin gibt, die gerne tanzen möchte, dann werde ich sie trainieren. Egal was kommt.
    Natürlich gibt es oft Zweifel. Aber es kommt auch wieder die Zeit, in der alles wie am Schnürchen läuft.
    Ich liebe meine Truppe und ich werde immer für sie da sein.
    Mir sind die Kleinen einfach total ans Herz gewachsen. So kommt es auch ganz oft, dass ich auch mal die gute Freundin bin, mit der man über alles reden kann oder auch manchmal nur zum Kuscheln da bin, wenn jemand traurig ist. Aber das macht mich stolz.
    Und egal, was die anderen sagen. Solange wir glücklich und zufrieden sind, machen wir so weiter. Egal wie viele Tänzerinnen es sind, egal wie viel Geld ich bekomme, wie viel Schweiß und wie viele Tränen fließen.
    Wir sind glücklich. Und das ist die Hauptsache.

    Es kommen wieder bessere Zeiten. Ich wünsche euch viel Glück.
    Liebe Grüße Julia

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    • Lisa sagte:

      Wow Julia dein Text berührt mich total. Das ist so eine wunderbare Einstellung und du hast so was von recht. Vielen Dank dafür, dass werde ich mir auf die Fahnen schreiben. Danke 😍

      Antworten
    • Gabi sagte:

      Ganz toll geschrieben. Genau diese Einstellung bringt uns verrückte 😉weiter! Und wenn ich beim Tanz meiner Kids keine Gänsehaut mehr bekomme, werde ich aufhören. Ich denke, dass dies noch paar Tage dauern wird. 😎

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  3. Elli sagte:

    Selbst Zweifel? Immer!

    Wir befinden uns mit unserem Verein in einer ganz anderen Situation und doch kann ich deine Gefühle zu tausend Prozent nachvollziehen. Ich trainiere eine Ü15 und wir tanzen aktiv auf Turnieren. Bis vor 6 Jahren gab es uns dort noch gar nicht, wir mussten uns Stück für Stück hocharbeiten, standen am Anfang mit 10 Mädels im Schautanz auf der Bühne… mittlerweile sind wir 37 in der gesamten Gruppe. Und doch fühlt es sich genau gleich an: das es nicht reicht, dass man selbst besser sein muss um der Gruppe gerecht zu werden. Man vergisst schnell, was man für diese Leidenschaft bereits alles aufgegeben hat und wie viel Kraft dafür nötig war. Man denkt immer, man müsse mehr geben, besser sein, größeres Anstreben. Und ständig hat man das Gefühl nicht zu reichen.
    Ich muss dir da aber einen Rat geben: beobachte deine Tänzer. Beim Auftritt, vor dem Training oder sonst wo. Wenn auch nur ein einziger von ihnen lächelt, neue Freundschaften geschlossen hat, oder eben diese 2 Stunden im Trainingsraum statt zu Hause vorm Fernseher verbracht hat, dann hast du alles richtig gemacht. Denn du hast diese Menschen in irgend einer Art positiv beeinflusst. Und wenn du dir dessen sicher sein kannst, dann ist egal was andere sagen. DU hast sie dahin gebracht und niemand anderes. Sei stolz darauf.

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  4. Trin sagte:

    Hmmm… ich kann mich da nur anschließen! Mein Mann, eine Freundin und ich haben dieses Jahr eine trainer-verlassene Truppe übernommen. Ich habe knapp 5 Jahre nicht mehr trainiert -zuletzt eine Jugendgarde mit 12-17jährigen – und mich voll drauf gefreut. Unsere neue Truppe ist ab 16 Jahren aufwärts bis Ende 20 und manchmal „schlimmer“ als die Jugendgarde zuvor…
    Ich stehe als Haupttrainerin da und alleine beim Aufwärmen meinen unsere Herren nicht alles mitmachen zu müssen. Sie machen dann lieber Liegestütze, als sich mal anständig zu dehnen. Und als Resultat bekommen sie die Beinchen nicht gestreckt hoch und nur mit Bügeleisenfüßen und die Hebefiguren klappen auch nicht, weil die ganze Energie im Kraftaufwärmtraining kleben geblieben ist. Manchmal hat man echt das Gefühl Fransen am Mund zu haben.
    Auch die Mädels sind andauernd am quatschen und wenn man nach dem dritten Mal sie direkt anspricht, fangen sie an zu diskutieren, dass sie ja sonst niiie reden würden und sich grade voll angegriffen fühlen. Was für ein Kindergarten manchmal…sind die in ihren Arbeitsalltag mit Kollegen genau so?!?
    Und man fragt sich, was kann ich beim nächsten Training besser oder anders machen um sie alle noch mehr zu motivieren und zu packen…liegt es an mir…?
    Aber die Truppe ist super. Obwohl nur noch 8 von der letztjährigen Mannschaft dabei sind, sind wir auf das doppelte angewachsen und die neuen wurden super integriert und bemühen sich echt. Einige haben noch nie getanzt und fangen jetzt mit Mitte 20 damit an und sind nur noch ein paar cm vom Spagat entfernt. Das ist mal Engagement.
    Es wird wohl immer ein hinterfragen der eigenen Person als Trainer sein, denn man kann ja bekanntlich nur vor und nicht in den Kopf gucken!

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    • Lisa sagte:

      Hallo Katrin, danke für deine Nachricht. Man macht sich doch immer viele Gedanken, vor allem wenn man dann mal Gegenwind bekommt wie bei dir in der Gruppe. Aber am Ende wird ja meistens alles gut. Ich drücke dir die Daumen, dass es weiter so läuft bei euch.

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