Ein Besuch beim Akrobatikfuchs

Akrobatik für Tanzmariechen

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Akrobatikfuch Sydnee Ingendorn und Lisa Roczniewski von keep-dancing mit ihrem Tanzmariechen beim Akrobatik Lehrgang

Akrobatik lernen leicht gemacht

3. August 2019: Um Punkt zwölf Uhr ging es los. Gemeinsam mit meinem Tanzmariechen Sina machte ich mich auf den Weg nach Oberhausen. Rund 200 km Strecke lagen vor uns. Das Ziel: Ein Besuch im Kunsturnzentrum Oberhausen. Dort wartete bereits Trainer Sydnee Ingendorn – auch bekannt als der Akrobatikfuchs – auf uns.

Auf dem Plan stand eine Einzelstunde mit dem Fokus: Flick Flack. Wie genau der Tag ablief und ob mein Tanzmariechen ihre Akrobatik verbessern konnte, erfahrt ihr in diesem Artikel.

Akrobatik im Gardetanz

Doch von vorne. Ihr habt es vielleicht bereits mitbekommen: Seit 2018 bin ich stolze Trainerin eines Tanzmariechens.

Tanzmariechen Lisa von keep-dancing im Spagat

Der Wunsch, selbst ein Mariechen zu trainieren, kam nicht von ungefähr. Schließlich habe ich selbst 15 Jahre lang als Einzelmariechen in meinem Verein getanzt.

Der Fokus lag in meiner tänzerischen Laufbahn allerdings nicht auf der Akrobatik. Mehr als Rad, Spagat und die Beinführung konnte und kann ich bis heute nicht. Und es wurde in meiner aktiven Zeit auch nicht von mir erwartet, schließlich sind wir kein Turnierverein.

Auf Turnieren sieht das ganz anders aus. Bogengang, Menichelli und freie Elemente sind mittlerweile gang und gäbe bei den Solisten aller Altersklassen. Eine Entwicklung, die nicht nur auf positives Feedback stößt.

Akrobatik: Die richtige Technik entscheidet

Fakt ist: Durch falsch gelernte und inkorrekt ausgeführte Akrobatik können körperliche Schäden entstehen, die nie wieder heilbar sind. Die Voraussetzungen für akrobatische Elemente im Gardetanz sind eher schlecht. Vor allem der feste Untergrund ist sehr ungesund für die Gelenke der Tänzerinnen und Tänzer.

Die akrobatischen Elemente kommen aus dem Turnsport. Dort wird allerdings mit ganz anderen Voraussetzungen gearbeitet. Der Federboden unterstützt die Turner und entlastet die Gelenke. Auch ist die Trainingsintensität im Profi-Turnsport eine ganz andere, als bei uns im Gardetanz.

Während wir ein bis zweimal, manche Garden auch dreimal die Woche für 90 bis 120 Minuten trainieren, stehen die richtigen Turner oft täglich in der Halle. Der Fokus liegt dabei ganz klar auf der richtigen Technik der Akrobatik.

Das geht bei unserem Sport gar nicht, denn hier steht ja eigentlich das Tanzen im Vordergrund. Die Akrobatik ist dabei eine Ergänzung. Doch in den letzten Jahren hat sich der Augenmerk immer mehr darauf gerichtet.

Ein Vorbild für die Jugend?

Tanzmariechen Aenne Rebhan der Coburger Mohr mit der Akrobatik Freies Rad 2019 Deutsche Meisterschaft

Wenn bei Turnieren die Mariechen auf den vorderen Plätzen stehen, welche die spektakulärste Akrobatik zeigen, ist es nicht verwunderlich, dass vor allem der Nachwuchs auch nach diesen Elementen strebt. Fatal ist es jedoch, wenn sie nicht richtig gelehrt werden.

Und so kommen wir zurück zum Anfang meines Artikels: Mein Tanzmariechen brachte sehr gute Voraussetzungen für eine Solistin mit. Zwei Jahre Sportakrobatik im Kindesalter lagen bereits hinter ihr. Ein gutes Körpergefühl war also vorhanden. Und der Bogengang rückwärts funktionierte auch bereits. Mein Glück.

Unterstützung vom Profi

Doch Sina strebte verständlicherweise nach mehr. Ihr großer Wunsch: Der Flick Flack. Als Vorbild diente dabei sicherlich auch unser Doppelmariechen, welches ebenfalls tolle akrobatische Elemente wie eben den Flick Flack auf unserer Karnevalsbühne zeigt.

Doch, wie sollte ich ihr diesen beibringen? Schließlich habe ich selbst null Erfahrung in der Akrobatik und schon gar keine Ahnung von der richtigen Technik. Die Gefahr etwas falsch zu machen und Sina zu verletzen war einfach zu groß.

Daher reifte der Entschluss: Hilfe musste her. Und die fanden wir in unterschiedlicher Art und Weise.

Zum einen besuchten wir bereits 2018 einen Tanzworkshop von Dance Fit. Trainer Florian Zink – welcher auch Liana Wolf trainierte – half Sina bei der Verbesserung ihres Bogengangs und gab Tipps für den Bogengang vorwärts. Und siehe da: Bis dato sind schon deutliche Verbesserungen spürbar.

Eine zweite helfende Hand kam in Form der Schule: Sina hatte zum Sommer 2018 auf die weiterführende Schule gewechselt, in welcher eine Akrobatik-AG angeboten wurde. Hier schaffte sie es mit Hilfe ihres Lehrers, die Bogengänge noch weiter zu verbessern. Außerdem wurden die Grundzüge des Flick Flack vermittelt.

Auch Trainerinnen müssen lernen

Das brachte mich als ihre Trainerin jedoch noch nicht weiter. So machte ich mich eines Mittwochnachmittags auf in Sinas Schule, um ihrem Lehrer beim Unterricht über die Schulter zu schauen. So lernte ich bereits einige Stützgriffe. Jedoch war ich selbst immer noch sehr unsicher.

Wir mussten also noch eine Stufe weitergehen. Und die Lösung lies nicht lange auf sich warten: Denn im Frühjahr 2019 trat Trainer Sydnee Ingendorn auf meinen Radar. Euch vielleicht besser bekannt als der Muskelfuchs bzw. Akrobatikfuchs. Und mit ihm eine Möglichkeit, dass sowohl Sina als auch ich an unseren Zielen arbeiten konnten.

Ein Besuch beim Akrobatikfuchs in Oberhausen

Jetzt fragt sich sicher der ein oder die andere von euch: Wer ist denn dieser Arobatikfuchs? Das möchte ich euch natürlich nicht vorenthalten.

Akrobatikfuchs, Personal Trainer Sydnee Ingendorn

Sydnee Ingendorn ist studierter Sportwissenschaftler und hat außerdem die Trainer-A-Lizenz als Personal Trainer abgelegt. Das Personal Training ist auch sein Hauptjob, damit hat er sich vor einigen Jahren selbstständig gemacht. Unter dem Namen Muskelfuchs könnt ihr euch das Personal Training-Angebot von Sydnee ansehen.

In den letzten Jahren und nicht zuletzt durch Social Media ist das Thema Akrobatik immer präsenter geworden. Und so kam es, dass der Muskelfuchs im Jahr 2019 einen kleinen Bruder, den Akrobatikfuchs, bekam.

Wie der Name schon suggeriert dreht sich hier alles um das Thema Akrobatik. Ob Tanzmariechen, Cheerleader oder Turner: Viele Sportler haben bereits den Weg zu Sydnee in das Kunstturnzentrum Oberhausen auf sich genommen, um von seinem Wissen und seiner Expertise zu profitieren.

Neben Einzelstunden, wie wir sie besucht haben, bietet er auch Themenworkshops beispielsweise zum Bogengang, dem freien Rad oder dem Menichelli an. Interesse? Dann schaut doch einfach mal auf der Webseite vom Akrobatikfuchs vorbei und folgt ihm bei Instagram.

Einzelstunde Flick-Flack beim Akrobatikfuchs

Nun sind wir also wieder am Anfang meiner Geschichte. Am 3. August packten Sina und ich unsere Trainingstaschen und machten uns auf den Weg nach Oberhausen. Die knapp 2-stündige Fahrt vertrieben wir uns mit netten Gesprächen und einem Hörbuch.

Unterwegs gabs den obligatorischen Zwischenstopp am goldenen M, wobei Sina vor Aufregung kaum einen Bissen herunterbekam.

Doch im Kunstturn-Zentrum angekommen war die Nervosität schnell verfolgen. Sydnee nahm Sina direkt unter seine Fittiche und führte sie durch die heiligen Hallen. Und was soll ich sagen: Die Ausstattung ist schon mega beeindruckend. Hier kann man wirklich wie ein Profi trainieren.

Nach der kurzen Einführungsrunde ging es auch direkt ans Eingemachte. Unser Ziel: Die Technik des Flick Flack verstehen und Hilfestellung üben, um später im Training daran weiter arbeiten zu können.

Flick-Flack von der Pike auf gelernt

Und das machte Sydnee uns auch gleich klar: „Ein akrobatisches Element lernt man nicht von heute auf morgen. Ich zeige euch heute die richtige Technik. Und dann müsst ihr üben, üben und nochmals üben bis es funktioniert.“

Wir starteten mit einer kurzen Aufwärmphase. Dann zeigte und Sydnee, dass man zum Flick-Flack an sich gar nicht so viel Beweglichkeit wie beispielsweise für einen Bogengang benötigt:

Vorübung für die Akrobatik Flick Flack an der Wand.

Weiter ging es mit der richtigen Arm-, Schulter- und Kopfhaltung. Wichtig: Die Schultern müssen rausgedrückt sein. Ihr wollt also quasi den Boden wegdrücken. Ihr könnt das selbst mal versuchen: Stellt euch im Handstand an die Wand und versucht so fest wie möglich den Boden wegzudrücken. Dabei ziehen sich die Schultern automatisch an.

Und auch die richtige Kopfhaltung könnt ihr einfach üben. Stellt euch gerade hin und streckt die Arme über den Kopf, knickt die Hände an. Schielt nun mit den Augen ganz stark nach oben.

Nun lasst ihr euren Kopf gerade soweit in den Nacken fallen, dass eure immer noch schielenden Augen den Ansatz eurer Hände sehen können. Dann habt ihr die richtige Kopfhaltung.

Ein extremes überstrecken und nach vorne einknicken des Kopfes ist also gar nicht nötig. In dem Sinne ist diese Kopfhaltung schon sehr natürlich. Wichtig: Erst wenn euch die Kopf- und Armhaltung bewusst sind, könnt ihr den Flick Flack richtig lernen.

Lisa zeigt die richtige Kopfhaltung für den Flick Flack.

Der Absprung ist das A und O

Als nächstes war der Absprung dran. Denn mit diesem steht und fällt die ganze Übung. Sina stellte dazu einen Fuß auf ein Sprungbrett, direkt vorne an die Schräge. Dann nahm sie den zweiten Fuß dazu und sprang nach hinten gegen die Wand, welche mit Matten gepolstert war, ab. Ziel: Nach hinten springen, nicht nach oben. Das funktionierte schon recht gut.

Kann man übrigens auch zu zweit üben. Dazu habe ich meine Handflächen hinten an Ihre Schulterblätter gehalten. Als sie zurückgesprungen ist, bin ich leicht mit zurück gegangen und habe mit meinen Handflächen etwas Druck ausgeübt. Ich war also quasi die Wand.

Anschließend übten wir den Absprung über eine Rolle mit Landung im Liegestütz. So konnte Sydnee uns die richtige Beinhaltung demonstrieren und Sina spürte direkt, wie stark sie sich anspannen musste. Wir kamen dem Ziel Flick Flack dadurch also immer näher.

Ziel erreicht: Die Technik stimmt

Dann ging es richtig ans Eingemachte. Flick Flack ohne Rolle, dafür mit Trainerunterstützung. Zuerst übernahm dies Sydnee und zeigte mir und Sina, wie wir den Flick Flack auch in unserer Halle mit nur einer Matte weiter üben können.

Gestützt wird dabei am Unterrücken, direkt über dem Hosenbund. Wichtigste Erkenntnis: Als Trainerin bzw. Trainer musst du immer nah ran an deinen Sportler bzw. deine Sportlerin. Und du darfst keine Angst davor haben, auch mal einen abzubekommen.

Außerdem musst du die Bewegungen deines Schützlings ganz genau beobachten und dich diesen anpassen. So lernte ich endlich, wie ich Sina beim Flick Flack unterstützten kann. Und sie gewann Vertrauen in meiner Hilfe. Ein starkes Fundament, auf welchem wir nun weitertrainieren können.

Akrobatik heißt: Üben, üben, üben

Viel schneller als gedacht war die Einzelstunde auch schon vorbei. Am Ende schaute sich Sydnee nochmals Sinas Bogengänge an und konnte auch hier mit nur zwei kleinen Hinweisen schon eine Verbesserung erzielen.

Unser Fazit: Der Weg nach Oberhausen lohnt sich auf jeden Fall! Uns beiden hat der Kurs bei Sydnee sehr viel Spaß gemacht und wirklich gut geholfen.

Mein Tipp an alle Trainerinnen und Trainer: Nutzt solche Einzelcoachings auf jeden Fall, wenn ihr unsicher mit der Akrobatik seid. Die 90 Euro (zzgl. MwSt.) für eine Einzelstunde bzw. 75 Euro (zzgl. MwSt.) für einen Themenworkshop sind sehr gut investiertes Geld.

Und nach dem Training konnte Sina dann auch wieder etwas Essen 😉 Trainerin glücklich – Tanzmariechen glücklich – was will man mehr.

Eure Lisa
keep-dancing

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