heart-762564_1280Ich kann euch gar nicht so genau sagen, seit wann ich es weiß. Es zeigt sich eher in den kleinen Momenten des Lebens, wie sehr ich das Tanzen liebe. 

Folgende Situation geschieht nur allzu oft: Ich sitze an der Arbeit, noch 5 Minuten bis Feierabend, 30 Minuten Heimweg und 60 Minuten bis zum Trainingsbeginn. Auf einmal surrt das Handy: „Sorry, kann nicht kommen“. Aha super. Ich zurück: „Und warum?“. „Bin erst vor 2 Stunden von der Schule gekommen und muss noch für eine Arbeit morgen lernen“.

Bei mir: Unverständnis. Ganz ehrlich. Ich reiße mir hier ein Bein aus, dass ich pünktlich von der Arbeit heim komme, schiebe mir Zuhause noch schnell was zu essen in den Mund und hetzte ins Training. Und meine Mädels schaffen es nicht in den zwei Stunden zwischen Schule und Training zu lernen? Und außerdem, zu meiner Schulzeit wurden die Klassenarbeiten immer so zeitnah angekündigt, dass ich locker zwei Tage vorher mit dem Lernen durch war. Ich habe nie gefehlt um zu lernen. Ich betone: NIE. Noch nicht mal in meiner heißen Abiphase.

Zähne zusammenbeißen

Aber egal. Ich also völlig genervt im Auto. Natürlich war das nicht die einzige Absage für heute. In den letzten Stunden vorm Training trudeln immer ein paar ein. Hier ein Wehwehchen, da eine Klausur und dort ein Geburtstag.

Dann fährt auch noch ein LKW vor mir über die Landstraße. Super, wenn’s läuft, dann läuft’s.

Stürme ich also im kurz nach 18 Uhr mit wehenden Fahnen durch die Haustür. Mein Verlobter kennt das schon und lässt mich einfach machen ;-) Direkter Weg die Treppe hoch ins Schlafzimmer, Sportklamotten an. Ab ins Bad, Haargummi drum. In die Küche und schnell einen Happen essen. Nochmal aufs Klo. Pünktlich um 20 nach sechs rüber zur Trainingshalle. Die zum Glück nur 1 Minute Fußweg entfernt liegt.

So komme ich da also an. Abgehetzt, durchgeschwitzt, angenervt. Und jetzt noch 90 Minuten den Vortänzer machen und die Kids motivieren. SUPER!

Tanzen = Mein Allheilmittel

Und dann? Ja dann kommt plötzlich der Moment völliger Zufriedenheit. Spaß, Freude, Entspannung. Geil, Arbeitstag geschafft. Jetzt endlich das tun, was ich liebe. Und die Mädels, die da sind, ziehen mit. Sind voll dabei. Meistens ist es sogar so, wenn wir weniger sind, also nur 60-70% der eigentlichen Gruppengröße, läuft das Training noch besser. Man kann sich als Trainer mehr auf den Einzelnen konzentrieren, kommt schneller voran und schafft mehr.

Wenn ich dann vorne stehe, mich mit den Kids aufwärme und die Choreografie wiederhole, dann ist der ganze Stress, der ganze Ärger und der ganze Frust wie weggeblasen. Dann mache ich mein Ding, das was mir Halt gibt und mich erfüllt. Ich habe das Tanzen nie als Belastungen gesehen. Ich musste mich nie zum Training quälen und es gab auch keine Moment wo ich gesagt hätte: So, das war’s, ich schmeiße alles hin. Manchmal kann ich daher meine Kids nicht verstehen. Ich bin eben eine kleine Tanzverrückte.

Schritte ausdenken, Positionen aufstellen, trainieren – Das ist mein Ausgleich zum Job. Und ich hoffe, dass es bei den Mädels auch mal Klick macht.

Nach dem Training geht’s dann ab unter die Dusche und noch mal kurz auf die Couch. In der Rückbetrachtung lief der Tag doch ganz gut. Und beim nächsten Mal sind sicher wieder alle dabei. Ich für meinen Teil habe zumindest wieder alles gegeben. Für das was ich liebe: Tanzen.

Wie seht ihr das? Bestimmt das Tanzen eure Tagesplanung so wie bei mir oder gehen andere Tätigkeiten vor? Ich freue mich auf eure Antworten. Und nicht vergessen:

Keep on dancing!

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