Hinweis: Der Artikel zu meinem ersten Pole Dance Versuch wurde bereits im Mai 2015 verfasst.

Mädchen schwebt elegant an der Pole Dance StangeAuuuaaa! Mein erster Gedanke als ich heute morgen aufgewacht bin. Man oh man, was habe ich gestern nur gemacht? Der Rücken ist ein einziges Schmerz-Epizentrum, außerdem brennt mein Trizeps. Sogar der Unterarmmuskel tut weh. Dazu noch etwas „sanftere“ Schmerzen im Bauch und in den Oberschenkeln. Und das, obwohl ich seit gut 3 Monaten zweimal pro Woche Functional Training mache und körperliche Belastung demnach gewohnt bin! 

Na gut, nützt ja nichts. Aufstehen muss ich dennoch. Also rolle ich mich aus meinem Bett nach nebenan zum Kleiderschrank. Beim Anziehen bemerke ich recht schnell einige blaue Flecke. An meiner Hüfte und am Schienbein. Tja, das kommt davon. Aber Spaß gemacht hat es.

Alles neu macht der Mai

Wovon ich spreche? Ich hatte gestern meinen allerersten Schnupperkurs im Pole Dance. Vor kurzem hat ein Pole-Studio im Nachbarort eröffnet. Da ich diesen Sport schon lange einmal ausprobieren wollte, habe ich mich direkt nach Trainingsterminen erkundigt. Leider sind die regulären Kurse bereits ausgebucht. Dafür konnte ich einen Platz im Schnupperkurs ergattern. Und der war gestern.

Ich machte mich also um kurz nach halb zwei auf Richtung Pole Dance Studio. Mit meinem Auto war ich in weniger als 10 Minuten dort. Mitbringen musste ich nur ein kleines Handtuch, eine kurze Hose sowie 20 Euro Teilnahme-Gebühr. Geht es euch auch immer so, wenn ihr zu einem neuen Ort kommt und neue Leute kennen lernt, dass man erstmal ganz zurückhaltend ist und sich vorsichtig umschaut? Ist bei mir zumindest so. Das Pole Dance Studio liegt unter einer Physiotherapie-Praxis, der Eingang war leicht gefunden. Ein netter Mann am Empfang begrüßte mich freundlich und zeigte mir gleich einen Raum, in welchem ich mich umziehen konnte. Leider war meine ursprünglich geplante schwarze Hose schmutzig, sodass ich eine leicht labbrige Shorts anziehen musste. SUPERSEXY – Äh, nicht.

Auf die Plätze, Fertig, Pole Dance!

Also dann, umgezogen, Schuhe aus und mit schwarzen Socken den Trainingsraum betreten. Dort erwarteten mich neben unserem Coach Indra noch 3 andere Mädels sowie 6 Pole-Stangen und ein großer Spiegel. Nachdem wir uns kurz begrüßt hatten (unsere Trainerin ist dann nach oben gegangen) kam das Schweigen im Walde. Nach ungefähr fünf Minuten trudelten noch 2 Mädels ein, damit waren wir einer zu viel…Naja, passiert. Indra hat dann eben die Figuren immer an einer Stange vorgezeigt und ist dann zur Seite getreten.

Dann ging es los. Erstmal mit einem leichten Warm-Up. Oberschenkel, Arme, Schultern und Hüften wurden erwärmt um das Verletzungsrisiko zu reduzieren. Danach starteten wir mit den Basics. Beim Pole Dance spielt die Körperhaltung eine ganz wichtige Rolle. Die Schritte werden immer auf den Zehenspitzen getanzt, der Rücken ist lang und gerade und ein Arm meist nach oben ausgestreckt. Je länger und gestreckter man ist umso besser sieht es am Ende aus.

Erste Annäherungsversuche an die Pole Dance-Stange

Gestartet sind wir, indem wir ein paar Mal um die Stand gelaufen sind. Sprich, ein Fußbreit von der Stand aufstellen, ab auf die Zehenspitzen, den inneren Arm lang an die Stand bringen und drum herum schreiten. Nachdem wir dies einige Minuten gemacht hatten, kam die erste Figur ins Spiel, der sogenannte Fireman. Und der geht so: Man läuft drei Schritte um die Stange und nimmt dann mit dem äußeren Bein möglichst viel Schwung, beschreibt also einen großen Bogen. Das Bein platziert man dann mit der Rückseite des Knöchels vor der Stange. Das innere Bein wird im Anschluss mit der Vorderseite des Knöchels hinter der Stange platziert. Man sitzt dann quasi in einer Art Schneidersitz.

Damit ihr euch dies besser vorstellen könnt, habe ich das Netz nach ein paar Anleitungen durchsucht. MissDirdyBirdy hat auf Youtube optimale Tutorials eingestellt. Den Basis-Fireman findet ihr hier:

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So einfach dies bei Indra aussah, war es tatsächlich auch. Ich dachte, ich stelle mich blöder an. Aber das hat erstaunlich gut funktioniert. So konnte ich auch recht schnell eine zweite Variante des Fireman austesten. Bei dieser wird das innere Bein nicht hinter die Stange geklemmt. Stattdessen streckt man es nach vorne aus. Die Figur hat mir richtig gut gefallen und fühlte sich auch super an. Ich war leicht verwundert, dass dies doch recht gut funktioniert.

Die Beine wollen hoch hinaus

Als nächstes lernen wir den Fan-Kick. Dazu stellte ich mich links neben die Stange und nahm beide Hände an die Pole. Den äußeren über den inneren. Wichtig war hier, dass die Hüfte an der Stange war (Daher der blaue Fleck an meiner Hüfte!). Nun wurde erst das linke, dann das rechte Bein in einem großen Bogen vor der Pole entlang geführt. Dies erforderte neben der Armkraft und der geraden Haltung auch Bauchmuckis. Hier könnt ihr euch das ganze vom Profi ansehen:

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Eine für den Bauch noch intensivere Variante davon war es, beide Knie anzuziehen und die Beine dann gleichzeitig in einem V zu öffnen. Leider habe ich dort kein direktes Video gefunden.

Es folgte eine Sitzfigur, diese war allerdings nicht so angenehmen. Hier wurde vor allem mit den Oberschenkel gearbeitet. Diese schmiegten sich quasi dicht um die Stange, sodass man in der Luft sitzen konnte. Tat mir ziemlich weh. Den anderen Mädels auch, deswegen haben wir im weiteren Verlauf darauf verzichtet. Hier die Profi-Ausführung:

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Als Letztes lernten wir dann noch eine Vorwärts- und Rückwärts-Hocke, wie ich es mal umschreiben würde. Dabei wickelt man das innere Bein um die Pole und zieht das äußere zum Hintern. So als würde man in der Luft Hocken. Vorwärts musste man dazu die Hüfte vorschieben, um den richtigen Schwung zu bekommen. Rückwärts den Hintern zurück. Die Figur hat sich etwas komisch angefühlt und war in unserer Truppe auch nicht so beliebt. Also haben wir auch diese nach kurzer Zeit wieder gelassen. Wenn es euch interessiert, auch hier ein Video:
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Und jetzt? Alles zusammen!

Es folgte eine kleine Choreografie , welche mit einem Freestyle-Tanz an der Pole begann. Hemmungen überwinden war hier das Stichwort. Not so easy, da taten wir uns alle etwas schwer. Richtig sexy fühlte ich mich nicht gerade. Mit den schwarzen Socken, der labbrigen Shorts und meiner Brille.

Die erste Figur waren drei Schritte um die Pole laufen und dann der Fireman. Richtungswechsel, 4 Schritte laufen. Stopp vor der Pole (Zehenspitzen nicht vergessen). Zweite Hand über den Kopf an die Stange führen und langsam mithilfe des „Arschfetts“, wie Indra so charmant sagte, nach unten gleiten lassen, bis die Knie einen Winkel von ca. 90° erreichten. Dann das rechte Knie zum linken führen, das rechte Bein lang strecken und weiter nach unten gleiten bis man saß. Vor der Pole hinlegen auf die rechte Körperseite, das linke Bein einmal nach oben strecken und wieder ablegen. Auf den Bauch rollen und abwechselnd die Beine hinten anheben. Dann mit dem Hintern voraus nach hinten auf die Knie aufrichten und „sexy“ aufstehen.

Und dann nochmal alles von vorne. Hat schon Spaß gemacht, war aber auch wirklich anstrengend.

Nach dem Ausflug in die Choreo hat Indra unsere Pole Stangen auf „Spinning“ gestellt. Zuvor waren sie fest, jetzt drehte sich die Stange mit, was dazu führte, dass man ganz schön Speed aufnahm. Da dreht sich auch der Magen mit. War interessant dies mal zu fühlen, für mich reicht aber die statische Stange.

Das Pole Dance Highlight zum Schluss

Frau an Pole Dance Stange Überkopf FigurZum Ende der Einheit durfte ich noch eine Über-Kopf-Figur ausprobieren. Grundlage war die Figur von oben, bei welcher man beide Knie anwinkelt und dann in einem V öffnet. Nur dies eben nicht mehr nach vorne sondern nach hinten. Indra legte zwei Matten unter die Pole und gab mir etwas Schwung mit. Beim zweiten Versuch klappte dies auch schon besser. Indra sagte, wenn man die 10er Karte für Ihre Kurse hat könne man nach 10 Einheiten diese Figuren alleine stemmen.

Es folgte ein kleines Streching und dann waren die 90 Minuten auch schon vorüber. Schade, dass kein Platz in ihren Kursen mehr frei ist. Trotz Muskelkater hat es mir unglaublich viel Freude bereitet. Ich vermute mal, durch meine Tanzerfahrung und Flexibilität fallen mir die Schritte und Figuren etwas leichter. Auch das Muskeltraining der letzten Monate scheint sich bezahlt zu machen. Auf jeden Fall habe ich gelernt, dass Pole-Dance nicht einfach nur sexy ist, sondern ein unglaubliches Körpergefühl, Gelenkigkeit und Muskelkraft erfordert. Taktgefühl und Körperspannung sind ebenso wichtige Voraussetzungen.

Diese Tanzart ist ein Ganzkörpertraining, auf welches ich mal so richtig Lust hätte.Wie ist es bei euch? Habt ihr Pole-Dance schon mal ausprobiert oder könnt ihr andere spannende Tanzarten empfehlen? Schreibt mir einfach, dann können wir uns darüber austauschen.

Bis zum nächsten Mal,
Keep on Dancing!

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