Außergewöhnlicher Showtanz

Außergewöhnlicher Showtanz |• Schautanz Tipps und Tricks

Dieser Showtanz bleibt in Erinnerung

Ist es nicht das Ziel jeder Trainer*in? Einen Showtanz kreieren der so außergewöhnlich, so spektakulär und kreativ ist, dass er dem Zuschauer noch tage- oder im besten Fall wochenlang in Erinnerung bleibt? Das er danach das Gefühl hat: „Diesen Tanz muss ich unbedingt noch einmal sehen“?

Eine besondere und einmalige Show auf die Bühne bringen, eine perfekte Symbiose aus Tanz, Ausdruck und Choreografie – genau um dieses Thema soll es heute gehen. Wie du mit dem richtigen Thema, der passenden Musik und stimmigen Kostümen einen außergewöhnlichen Showtanz erschaffen kannst, erfährst du in den nächsten Zeilen.

Die Wahl des richtigen Showtanz-Themas

Am Anfang steht das Thema. Hier legst du den Grundstein für deinen Showtanz. Bei der Auswahl solltest du dir folgende Fragen stellen:

  • Bietet das Thema genug Inhalt, um eine abwechslungsreiche, kreative Geschichte daraus zu machen?
  • Bietet das Thema genug Möglichkeiten, es individuell und neu zu interpretieren?
  • Passt das Thema zu meiner Altersgruppe bzw. lässt es sich darauf anpassen?
  • Ist da Thema einfach genug, dass es vom Zuschauer direkt verstanden werden kann?

Das Thema zu finden und genau zu definieren ist ein kreativer Prozess. Hier geht es darum, um die Ecke zu denken und relevante Details zum Vorschein zu bringen. Dazu gehört auch, sich mit dem Thema ausgiebig zu beschäftigen.

Nehmen wir uns einmal das Thema „Weltall“ vor. Sicherlich ein schon sehr häufig vertanztes Thema. Dennoch bietet es auch heute noch Potential für eine kreative Geschichte.

Ausarbeitung des Themas

Überlege dir im ersten Schritt, in welche emotionale Richtung dein Thema gehen soll. Möchtest du den Tanz lustig machen? Oder doch lieber dramatisch? Soll er in der Realität spielen oder in einer Fantasiewelt? In der Vergangenheit, Gegenwart oder Zukunft? Je nach Intention wird deine Geschichte anders ablaufen.

Der Spannungsbogen ist dabei sehr wichtig. Die Geschichte muss von Anfang an fesseln und sich bis zum Ende immer weiter steigern. Unterwartete Wendungen sorgen dabei für einen besonderen Überraschungseffekt.

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Beispielthema „Weltall“ für Jugend

Im Jugendbereich könnte unser Weltall-Thema zum Beispiel wie folgt aussehen: Unsere Hauptprotagonistin spielt Abends vorm zu Bett gehen mit einer Spielzeugrakete. Im Traum wird diese lebendig – sie fliegt mit ihren Spielfiguren zu einem anderen Planeten.

Dort erlebt sie so einiges: Sie trifft auf freundliche Aliens, fliegt zum Mond und fährt mit dem Rennauto über die Milchstraße. Plötzlich baut sie einen Unfall mit dem „Space Taxi“ aus dem Film „Traumschiff Suprise“. Doch ist das gar nicht so schlimm, denn das Auto aus der Zukunft kann sich ganz leicht selbst reparieren – und sie wird vom Space Taxi mitgenommen zurück auf die Erde.

Am Ende wacht sie auf und merkt, dass alles nur ein Traum war.

Durch die verschiedenen Etappen wir die Geschichte Abwechslungsreich. Das Thema ist kindgerecht umgesetzt. Der Unfall ist eine überraschende Wendung, mit positivem Ausgang. Der gesamte Tanz kann mit witzigen Elementen untermalt werden.

Beispielthema „Weltall“ für Ü15

Zukunft: Die Menschheit hat längst den Weltraum erobert, fremde Planeten besiedelt. Doch die Lager sind gespalten. Während die Menschen auf der Erde in Reichtum leben, werden die Bewohner der umliegenden Planeten ausgebeutet.

Es kommt zu einer Revolution. Im All treffen die Lager zu einem epischen Kampf aufeinander. Es scheint aussichtslos – die Menschheit vernichtet sich gegenseitig.

Doch dann tritt eine unbekannte zweite Spezies in den Kampf um Leben und Tod ein. Und die Menschheit merkt: Nur wenn sie sich verbindet, wird sie den neuen Feind besiegen. Mit vereinten Kräften schaffen sie es, die Bedrohung abzuwenden.

Ein neuer Vertrag wird geschlossen, der die Völker wieder vereint.

Das Thema ist hier deutlich dramatischer und düsterer umgesetzt als im Jugendbereich. Der Spannungsbogen ist von Beginn an hoch und steigert sich stetig. Im Moment als der Zuschauer sich das Ende der Geschichte – eine Seite verliert – bereit ausmalt, tritt überraschend die zweite Spezies auf die Bildfläche. Und zum Schluss gibt es ein Happy End.

Das Thema kreativ interpretieren

Nur zwei von unendlich vielen Möglichkeiten, wie man ein Grundthema interpretieren kann. Die Grenzen liegen in deiner persönlichen Fantasie.

Steht dein Grundthema fest dann recherchiere ausgiebig dazu: Lies Bücher, schaue Filme oder Serien, befrage das Internet. Sammel so viel Material wie möglich, um deine ganz individuelle Showtanz-Geschichte zu schreiben.

Die Musikwahl für den Showtanz

Nachdem das Thema nun gefunden und ausgearbeitet ist, geht es um die Wahl der richtigen Musik. Diese spielt eine entscheidende Rolle für den Erfolg des Tanzes.

Sie muss das Thema, die Geschichte erzählen. Dabei muss sie zur Stilrichtung des Tanzes passen. Bei unserer Jugend braucht es verspielte, frohe und lustige Lieder. Während der Tanz unserer Ü15 aggressive und temporeiche Musik benötigt.

Die Lieder müssen nicht bekannt sein. Wichtig ist aber, dass sie eingängig sind und die Geschichte mit ihrem Rhythmus vermitteln. Gesang ist dabei eine wertvolle Bereicherung. Denn über die gesungenen Worte wird die Story so richtig deutlich.

Ist der Gesang auf Deutsch, so macht man es dem Publikum noch ein Stück leichter, der Geschichte zu folgen. Aber auch englischsprachige Musik eignet sich gut.

Musikbeispiele für unseren Tanz

Gardemusik und Showtanzmusik bei SpotifySuchen wir nun einmal passende Musik für unseren Weltraum-Tanz. Bei der Jugend sind folgende Lieder denkbar:

  • Rob & Chris feat. Sandberg – Mond
  • Kleiner Satellit – Blümchen
  • Satellite – Lena
  • Sternenhimmel – Hubert Kah
  • Dubi Dam Dam – Banaroo
  • Space Taxi – Stefan Raab

Bei unseren Ü15 fallen mir folgenden Lieder ein:

  • Rave Into Space – Sub Zero Projekt
  • A Sky full of Stars – Coldplay
  • Space Melody – VICE
  • To Glory – Thomas Bergensen
  • We are better together – Art Nation

Auch hier sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt. Um die richtige Musik zu finden hilft die Suche bei Google, Youtube und auf Streaming-Plattformen wie Spotify.

Die Showtanz Choreografie

Auch über die Choreografie kann sich ein Showtanz als „außergwöhnlich“ im Gedächtnis des Zuschauers festsetzen. Das kann zum Beispiel durch absolut synchrone Schrittausführung erreicht werden.

Stellt euch nur mal eine Gruppe aus 20 Tänzer*innen vor, die exakt synchron tanzen. Die Schritte müssen dabei nicht mal besonders komplex sein – die 100% synchrone Ausführung allein sorgt auch bei einfachen Schritten für einen spektakulären Effekt.

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Neben den Schritten können auch Formationen, also Bilder für das besondere WOW sorgen. Dies können harmonische, fast nicht sichtbare Positionswechsel sein. Oder spektakuläre Hebefiguren die fließend in den Tanz eingebunden werden. Oder auch gestapelte Positionen, in welchen auf unterschiedlichen Ebenen getanzt wird. Auch wellenartige Schritte sorgen immer für Abwechslung.

Das ist die Hauptarbeit des Trainers bzw. der Trainerin, die Effekte über die Choreografie zu setzen.

Gesichtsausdruck als Stilmittel

Wer auf der Bühne auffallen will muss große Gestik und Mimik verwenden wie hier die Hauptrolle der Juniorengarde der Großenritter Carnevals Gesellschaft.Aufgabe der Tänzer*innen ist es, die vorgegebene Choreografie mit Leben zu füllen. Besonders im Showtanz wird neben der korrekten Ausführung der Bewegungen besonderer Wert auf die Mimik des Tänzers bzw. der Tänzerin gesetzt.

Über den Gesichtsausdruck und die Körperhaltung allein lassen sich Emotionen vermitteln. Dabei muss man immer bedenken, dass das Publikum einige Meter weit entfernt sitzt. Es gilt also, die Emotionen möglichst eindeutig und gut erkennbar darzustellen – ohne dabei zu maskenhaft zu wirken.

Dabei spielt auch die Körperspannung eine entscheidende Rolle. Sie unterstreicht das Gefühl, welches vermittelt werden soll.

Der Ausdruck ist mit eines der entscheidenden Kriterien, ob der Tanz außergewöhnlich oder nur „normal“ wirkt. Es ist also an jeder Tänzerin und jedem Tänzer, die Bewegungen, um Emotionen zu 100% auszustanzen und ihr volles Herz und Gefühl in jeden Schritt zu legen.

Kostüme & Requisiten für den Showtanz

Last but not least spielt natürlich auch das gesamte Bild rund um den Tanz mit in die Karten – es kann einen Top-Tanz von einem außergewöhnlichen Tanz unterscheiden.

Die Kostüme müssen eine gute Bühnenwirkung haben und das Thema unterstreichen. Sie sollten sich zudem – wenn möglich – vom Hintergrund abheben, um für den Zuschauer gut erkennbar zu sein. Pailletten oder Reflektierende Stoffe stechen besonders ins Auge. Auch spektakuläre Kostümwechsel können den Tanz positiv beeinflussen. Vorrausetzung ist, dass sie harmonisch in die Choreografie eingebunden sind und den Fluss des Tanzes nicht stören.

Das gilt auch für Kulisse und Requisiten. Diese können den Tanz mit Special Effects aufwerten, wenn sie von den Tänzer*innen beherrscht werden und nicht stören.

Das Geheimrezept für einen außergewöhnlichen Showtanz

Am Ende lautet das Geheimrezept: Üben, üben, üben! Sind die entscheidenden Gedanken und Überlegungen am Anfang getroffen wurden, kann die absolute Perfektion nur durch regelmäßiges und intensives Training erreicht werden.

Und dann hat auch dein Tanz das Potential, außergewöhnlich zu werden.

Welche Showtänze sind dir in besonderer Erinnerung geblieben? Schreibe es mir gerne in die Kommentare.

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